Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 3 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Damit wurde nicht nur weiter erreicht, daß die drohende Zersplitterung der Sportjugend verhindert werden konnte; vielmehr fährte dieser Weg dazu, daß auf diesem Gebiet die beiden großen Lager des Zionismus und des Antizionismus sich immer schärfer gegeneinander abhoben, und daß alle, die Turnen und Sport betreiben! wollten, gezwungen wurden, sich für die eine oder die andere Seite zu entscheiden. Auf diese Weise wurde zum ersten Male im öffentlichen Leben verhindert, daß die Führung an die ewig Neutralen Übergeben werden mußte, die im öffentlichen Leben immer als die ausschlaggebenden Dritten erscheinen. Neben dieser intensiven Tätigkeit nach außen, die natürlich noch keineswegs abgeschlossen ist, sondern die gerade in den unausbleiblichen Kämpfen den Makkabi innerhalb des deutschen Judentums vor neue große Aufgaben stellt, hatte der Makkabi gleichzeitig innerhalb des Zionismus seine besondere Aufgabe zu erfüllen. Während auf fast allen Gebieten des zionistischen Lebens sich immer mehr und mehr eine Differenzierung und Absonderung der einzelnen Gruppen und Parteien herausbildet, kann die Turn- und Sportbewegung darauf hinweisen, daß sie eine einheitliche Bewegung darstellt, die alle Teile des jüd*» sehen Volkes in sich aufnimmt, um durch Turnen und Sport an der Wiedererstarkung des gesamten Volkes zu arbeiten. Das Bekenntnis zum iüdischen Volk und die Mitarbeit an allen seinen Aufgaben, insbesondere am Neuaufbau Erez Israels, sind die Grundlagen, auf der alle Teile der zionistischen Welt sich innerhalb der Makkabibewegung zusammenfinden. Wir fordern, daß unser Volk für alle einheitlichen nationalen! Aufgaben auch nur einheitliche Organisationen und Bewegungen haben darf. Es muß erreicht werden können, daß die innere zionistische Disziplin aller Zionisten bei den gemeinsamen Aufgaben über die kleinen Interessen der eigenen Partei und Gruppe siegt, und daß alle diese gemeinsamen Aufgaben in einheitlich nationalen Organisationen durchgeführt werden. Wie wir aus diesem Grunde die Forderung einer nationalen Chaluz»N bewegung und einer nationalen Gewerkschaft aufstellen, so fordern wir auch eine nationale Turn- und Sportbewegung. Aus diesem Grunde muß die Makkabibewegung aufs schärfste Bestrebungen ablehnen, die die Turn- und Sportbewegung zum Anhängsel einer einzigen Parteigruppe machen wollen. Wir lehnen aus diesem Grunde die Hapoelbewegung umso mehr ab, als wir bei ihr die Unterstellung unter die großen nationalen Gesichtspunkte und Aufgaben der zionistischen Bewegung vermissen. Es handelt sich hier durchaus nicht etwa nur darum, daß bei vielen Einzelanläsisen der Poel es abgalehnt hat, die nationalen Symbole der zionistischen Bewegung zu zeigen1 oder Aehnliches, sondern darum, daß hier eine Gruppe des jüdischen Volkes sich soweit von der Gesamtheit abtrennt, daß sich das gesamte Leben ihrer Menschen nur noch in den abgesonderten Formen dieser Gruppe und Partei zeigt Und so jede Möglichkeit des Aufbaus eines einheitlichen gesamtnationalen Lebens von vornherein unmöglich macht. Diesem Gruppengeist setzt der Makkabi die Gesamtverantwortung für das gesamte jüdische Volk entgegen. Man braucht nur auf die großen Gefahren des augenblicklichen Zustandes des Jischuws hinzuweisen, um zu erkennen, daß dem Makkabi hier noch eine ungeheure, aber lohnende Arbeit bevorsteht. Bei der steigenden Alijah der Menschen aus den einzelnen Makkabikreisen haben sich naturgemäß oftmals erhebliche Schwierigkeiten in Erez Israel gezeigt, die die reibungslose Einordnung der Makkabim im Lande er- 66