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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 32

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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wissen. Wenn wir auch mit dieser Sache aufhören, dann können wir auch vom deutschen Zionismus etwas für die Gesamtorganisation beitragen- Wir haben hier gehört, und ich unterstreiche das, daß auch unsere Bbr. Bjbr., die bei den Revisionisten sind, dafür sorgen, daß die Tendenzen, die zu einer Befriedigung führen, Resonanz finden. Wir haben heute im Lager des Allgemeinen Zionismus auch alles getan, um alle Kräfte heranzuziehen und den Kreis so zu erweitern, daß er ein wichtiger Bestandteil in einer neugebauten zionistischen Organisation sein kann. Auch diejenigen unserer Menschen, welche der Histadruth nahe stehen, halben alles getan, um die Front so breit wie möglich zu machen. Wenn man nach Polen kommt und sieht, wie die verschiedenen zionistischen Gruppen überhaupt nichts miteinander zu tun haben, so muß man sagen, daß wir in Deutschland die Sache recht gut durchgeführt haben. Es geht freilich manchem doch oft so, daß er vor lauter Chochmes nichts Gescheites mehr sagen kann. Man 4aH die Perspektive nicht verlieren und muß sich aus der Besserwisserei und dem bloßen Kritisieren herausbegeben. Darum soll man den KJV.ern oft zeigen, was sie noch zu leisten haben. Ich bin der Ansicht, daß in Palästina die Dinge schwieriger sein müssen, weil die Leute mehr in den Dingen drin stehen. Eine Resolution für jüdische Arbeit anzunehmen, ist eine gute Sache; es durchzuführen, ist ein schwieriges Problem. Ich glaube aber, daß das KJV. dem Zionismus einen Dienst leisten kann, indem es darauf hinweist, daß wir die Verfechter eines konstruktiven Aufbaugedankens sind und daß wir zueinander brüderlich stehen müssen, auch wenn wir verschiedener Auffassung sind. Das Volk ist mehr als eine spezielle Auffassung über seinen Weg: So muß man sagen. Der Wesenskern des Volkes muß immer unverletzt bleiben. Man darf nicht in den Wahnsinn hineinlaufen, daß man den andern hinausdrängen müsse, Fritz Engel stellt den Antrag, auf dieser Tagung überhaupt keine Resolution zu beschließen. Der Antrag wird mit 61 gegen 49 Stimmen angenommen, Adolf Locker: Ich war 1933 in Erez Israel, als das KJV, neukonstiuiert wurde, und ich war 1934 dort, als die Erregung, die schließlich zum Austritte der Bundesbrüder führte, zum Ausdrucke kam. Es wurde hier den Bundesbrüdern, die neu nach Palastina gekommen sind, der Vorwurf gemacht« sie hätten sich benommen, wie Leute, die in ein fertiges Haus kommen und sofort mit dem Umstellen; der Möbel beginnen. Ich muß die neueingewanderten Bundesbrüder in Schutz neb« men. Solch ein fertiges Haus war das KJV. in Palästina nicht. Das KJV. hat dort früher nur ein Scheindasein geführt. Ich habe mich darüber auch mit Fröhlich unterhalten, der mir bestätigte, daß ein aktives KJV.-Leben überhaupt nicht bestanden hat. In Erez Israel sind im KJV. Menschen von verschiedener sozialer Stufe zusammengefaßt, ganz anders als hier, so daß wir uns eine Aufrechterhaltung des alten KJV, dort kaum vorstellen können. Es wurde darum mit Recht hier darüber gesprochen, ob das KJV, drüben noch Lebensmöglichkeiten hat; ich glaube, daß man ihm dazu erst einem neuen Inhalt geben muß, denn der eigen!" liehe Inhalt, die Menschen zu zionistischer Arbeit zu erziehen, ist fortgefallen. Im Palästina liegt die Sache so, daß für die Menschen! ein reales Bedürfnis nach einer Interessenvertretung vorhanden ist. 32

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