Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Es gibt hier Bbr. Bbr., die eine Erklärung dahin wünschen, wir betrachteten die Ausgeschiedenen weiter als Bundesbrüder, Ich würde Euch von einer solchen Erklärung abraten. Obschon ich die Beschlüsse in Palästina eindeutig nicht für rechtsgültig halte, rate ich Euch, Eurerseits, die Verantwortung für den Zusammenhalt des Kartells zu wahren und nichts zu beschließen, was zu einer weiteren Spaltung führen könnte. Dagegen wollen wir nochmals mit Klarheit zum Ausdruck bringen, daß wir die Uebertragung der dortigen Beschlüsse auf Deutschland ablehnen, und wir wollen auch zum Ausdruck bringen, daß wir eine Abänderung dieser Beschlüsse für wünschenswert halten« Ich schlage Euch deshalb zur Feststellung unserer Stimmung eine Resolution vor, wie sie bereits früher der Rosenkranzbund gefaßt hat: Text der Resolution: Die hier versammelten KJV.er haben ihre Meinung dahingehend zum Ausdruck gebracht, daß sie angesichts der beginnenden zionistischen Befriedung in Erez-Israel die Vorgänge auf dem Kartelltag in Tel-Aviv vom 3. und 4. August 1934 bedauern, die zum Austritt so zahlreicher befreundeter und bewährter Bundesbrüder aus dem Landesverband Erez Israel geführt haben. Sie lehnen den Gedanken ab, daß die Trennung von diesen Bundesbrüdern entgültig sein soll. Sie fordern das Präsidium in Berlin auf, seine bisherige Haltung, die den Bundesbrüdern aller zionistischen Richtungen ein Verbleiben im Kartell ermöglicht, unverändert beizubehalten. Von der neuen Leitung des Landesverbandes Erez-Israel erwarten sie den Versuch, allen Bundesbrüdern, die die selbstverstänlichen zionistischen Pflichten eines jeden KJV.er (Unterwerfung unter die Disziplin der zionistischen Organisation und Erfüllung der Pflichten gegenüber den Fonds) erfüllen, die weitere Zugehörigkeit im Kartell zu ermöglichen. Franz Meyer behandelt in einem Referat „die zionistische Situation im deutschen Judentum", . Zum Schluß seiner Ausführungen wendet er sich der eigentlichen Diskussion zu. Ich glaube wirklich, daß diese Dinge mit dem Thema der Tagung in Verbindung stehen, denn meine Empfindung ist, daß der Zionist sich heute nicht deklariert durch Abstimmungen, daß er das oder jenes erkannt hat, sondern daß man ihn bewerten muß nach seinem Beitrag zu konkreten Dingen. Das einzige, daß das höhere nationale Interesse siegt, zeigt, daß Ihr auch in der Praxis bereit seid, und nicht nur mit Worten. Ihr habt alle Gelegenheit im deutschen Zionismus dazu. Aber nicht, indem Ihr den Leuten nach Palästina einen Brief schreibt, sondern, daß Ihr hier dafür sorgt, den Zionismus bei uns wirklich arbeitskräftig zu machen. Wir haben im deutschen Zionismus noch jene unglückselige Erbschaft der Cliquen. Ich bin gewiß ein guter Freund von Blumenfeld, aber warum soll ich nochmals nachlesen, warum Blumenfeld sich mit Zwirn „gekabbelt" hat. Ich bin der Ueberzeugung, Geschichte hat das Gute für sich, einmal muß es zu Ende sein mit gewissen Auseinander" Setzungen. In der Geschichte werden Fragen nicht gelöst, sondern abgelöst. Wir müssen versuchen, den deutschen Zionismus in dieser Weise neu zu formulieren. Ich möchte dafür eintreten, daß man im KJV., das sich zur zionistischen Organisation und den Fonds bekennt, auch die ZVfD. aus der Debatte herauslassen soll, daß der ernste Wille besteht, alle arbeitswilligen deutschen Zionisten an die Arbeit heranzulassen und daß wir einmal Schluß damit machen, daß es eine Gruppe von Menschen gibt, die sagen, wir wissen ja alles, aber die „Meinekestraße" paßt uns nicht und wir wollen von ihr nichts 31