Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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selbst gebaut haben, zu belassen und nicht aus juristischen Gründen darauf zu bestehen, daß der Austritt aus dem Landesverband EJ, den Austritt aus dem Kartell zur Folge haben müsse» So behält man wenigstens die Ausgetretenen als Bundesbrüder und kann bessere und versöhnlichere Zeiten abwarten, Emst Hamburgers Ich hätte erwartet, daß heute, nachdem das palästinensische Kartell seit eineinhalb Jahren einen! zahlenmäßigen Aufschwung genommen hat, uns, die wir hiergeblieben sind, ein Bericht des palästinensischen Präsidiums vorgelegt worden wäre, aus dem hervorgegangen wäre, daß Siedlungen von KJV.ern sich gebildet hätten, daß die finanziellen Unterstützungen Tatsache geworden wären, u. ä. Und was ist tatsächlich geschehen? Ich sehe nicht, daß das dortige Kartell in irgendeiner Form das geleistet hätte, was wir von ihm erwarteten. Als das pal. Kartell noch eine verhältnismäßig kleine Zahl war, da gab es Bundesbrüder, die heute obendran sind und die damals erklärt haben, daß sie am Kartell gar kein Interesse hätten. Es hat aber doch KJV.er gegeben, und es ist kein Zweifel, daß die Menschen, die sich in Jerusalem 1932 auf dem Kartelltag, dem ich beiwohnte, einen Zusammenhang hatten« 1933 stellte man acht Forderungen an die Bbr. Ueber diese Fragen ist nie ernstlich einmal gesprochen worden; ich habe nicht gehört, daß man z. sich über die Zugehörigkeit des Brith Schalom verloren hätte. Ich bin davon überzeugt, daß sie, weil sie nichts anderes haben, auch noch länger über die Revisionistenfrage diskutieren werden« Warum soll man nun das KJV. im antirevisionistischen Sinne ausprägen? Es kamen eben Leute nach Palästina, die für eine Richtung eintraten, die bisher keinen Boden in Palästina hatten und die daher eines politischen Rückhaltes bedurften. Ob es freilich richtig war, das KJV. als Rückhalt für diese politische Richtung zu benutzen, ist eine andere Frage. Blumenfeld sieht in dem Worte „Kegelklub", das er drüben gebraucht hat, Menschen, die sieb auf Grund gemeinsamer Erziehung verstehen, ohne daß sie eine bestimmte politische Haltung einnehmen. Wir sehen hierin keine Minderbewertung, wir alle haben geglaubt, daß es möglich sein wird, trotz der Meinungsverschieden« heiten uns zusammenzusetzen. Es kommt eben darauf an, daß ein KJV.er im Denken großzügiger ist als die Massen der Straße. Menschen, die nicht so Schablone sind — und solche wollten doch die KJV.er darstellen —, durften es sich nicht bieten lassen, daß man sie zu einer bestimmten Richtung degradiert. Man hat von den verschiedenen Gründen gesprochen, die zu den Beschlüssen in Palästina geführt haben. Und nun hat Rosenberg als Grund alte Kämpfe angegeben. Vielleicht rührte er etwas an, was nicht ganz unrichtig ist. Wenn das wirklich die Gründe sind — ich glaube es nicht —, dann müssen wir erst recht sagen, daß solche Gründe zweiten Ranges keine Rolle spielen dürfen* Die Beschlüsse des pal. Kartells sind feige. Die Methoden hat man den Revisionisten zum Vorwurf gemacht, gemeint hat man aber den Revisionismus» Das Friedensabkommen soll nicht jede Meinungsverschiedenheit und jeden Machtkampf ausschalten. Und gleichwohl habe ich dieses Friedensabkommen als eine Erlösung betrachtet, als den Zustand einer beginnenden Befriedung» Die Bbrr Bbr. in Palästina, die wissender sind als ich, wußten von den Dingen mehr als ich, und trotzdem faßten sie im Zustand der beginnenden Befriedung diese Beschlüsse. Das war ein schweres Unrecht. Ich verstehe es nicht, daß 28