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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 27

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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gegraben werden und dort zu einer Spaltung im KJV, fähren, so ist das doppelt unverantwortlich. Und wir im BV. Rheinland sehen keinen Sinn darin! qua KJV. den Revisionismus zu bekämpfen. Dazu sind andere Mittel da und nicht das KJV. Wir alle stehen vor unserer Alijah. Wir alle hatten gehofft, wenn wir als KJV.er nach Palästina gehen, daß wir dann im dortigen KJV. eine „zusätzliche" Heimat finden würden. Diese Eröffnung wird uns durch die neuen Beschlüsse völlig zerschlagen. Wir wehren uns dagegen, weil wir nicht in die peinliche Situation kommen wollen, jeden einzelnen Bundesbruder, dem wir in Palästina begegnen, fragen zu müssen: Bist du noch Bundesbruder? Kann ich mit dir noch so wie früher sprechen? — Und darum sehen wir keinen Sinn darin, daß durch das Hineintragen politischer Zerklüftungen in das KJV. diese bundesbrüderliche Verbundenheit zerstört wird. Denn gerade in der Wahrung des aus unserer gemeinsamen Vergangenheit erwachsenen bundesbrüderlichen Zusammenhalts sehen wir eine der wesentlichsten Aufgaben des KJV. in Palästina. Fritz Simon Neumanns Was ist mit dem Beschluß, Revisionisten auszuschließen, erreicht? Etwa eine Verbesserung der politischen Kampfesweise? Nichts als neuer Stunk und Kampf. Der Beschluß resultiert aus der Blumenfeldschen, uns schon von früher bekannten Meinung: Man sei stärker, wenn man sich von dem und dem trenne . Ich teile diese Auffassung nicht. Man kann nicht Lämmer und Wölfe in. einen Stall sperren, aber Kavaliere niüssea~&ieh~verträLgen~-können: auch wenn sie politisch anderer Meinung sind, und es war gerade ein Vorzug des bisherigen Kartells, durch die Vereinigung politisch verschieden denkender Gentlemen, den Ton des politischen Kampfes zu verbessern. Rosenberg hat gesagt, die jetzige Sezession sei die Folge uralter gegenseitiger Antipathien. Man hatte aber nicht nötig, nach Palästina zu gehen, um dort diese Antipathien auszutragen. Diese 75 sind nicht aus Antipathie gegen Personen ausgetreten, sondern aus An^aJÜbu^jgegen den Gewissenszwang. Die Neutralität des Kartells seVkein" Prinzip. Prinzip sei aber die Gewissensfreiheit. Prinzip sei, daß einer denken und meinen kann, was er will, wenn er ein anständiger Kerl ist, und dieses Prinzip ist verletzt worden. Jeder dürfe nur wegen eigener Handlungen verurteilt werden. Niemand werde dagegen etwas sagen, wenn die Revisionisten wegen eigenen unanständigen Benehmens oder wegen Mordhetze herausgesetzt worden wären. Aber man hat sie herausgesetzt, weil in irgendwelchen Hetzblättern, auf die sie praktisch gar keine Einflußmöglichkeit haben, Ungehöriges gestanden hat. Wie kommt man jetzt aus der Sache heraus? Es kommt nicht mehr darauf an, wer recht habe, sondern wie man die Separation wieder rückängig machen könne. Hierbei dürfe man keiner Partei Unrecht geben, sonst würden ja wieder die anderen herausgehen. Man solle beschließen: Dureb das-Frie4ensabkpmmen innerhalb der Organisation sei die Situation völlig verändert. Das Palästina- Kartell" Virerde deshalb gebeten, den Revisionistenbeschluß mit Rücksicht auf diese neue Situation noch einmal zu erörtern. Die hiesige Tagung verurteile aufs schärfste die Handlungen und Worte der Revisionisten, wie Rosenblütk sie schildert. Es könne aber jeder nur wegen seiner eigenen Handlungen verurteilt werden und niemals wegen Handlungen seiner politischen Freunde. Im übrigen schlage ich vor ^für den Fall, daß das Palästina-Kartell seinen Beschluß nicht ändern will, den Ausgetretenen die Eselsbrücke, die sie sich 27

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