Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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sein* der Feind meiner Sache ist. So ist es zu verstehen, daß das palästinensische Kartell gesagt hat: Was Deine Gruppe tut, die Revisionistische Union, ist Hochverrat, ist Herabziehen auf ein Niveau, das wir hier in Palästina nicht mehr haben wollen. Wo ist der Angeklagte? Das Präsidium hat hier vier oder fünf Revisionisten vor die Alternative gestellt, entscheidet Euch für den Revisionismus oder für das KJV.f entscheidet Euch für oder gegen die Verleumdungen, die Lügen und Beschimpfungen. Jetzt passiert das, was wir nicht verstehen, daß daraufhin 75 herausgehen statt der 5 oder 7, die sich von diesen Beschlüssen getroffen fühlten. Warum sind diese 75 herausgegangen? Ich muß sagen, da stecken andere Dinge dahinter. Sind die 75 aus Sympathie oder Antipathie hinausgegangen? Sie sind nicht aus Sympathie für die 5 hinausgegangen, sondern aus Antipathie gegen die Bundesbrüder, die diesen Beschluß hervorgerufen haben. Die Bbr. Bbr., die herausgegangen sind, haben diese Sache ergriffen als eine Gelegenheit, um gegen die zu kämpfen, gegen die sie schon so lange kämpften, so lange sie zionistisch denken können. Wenn ich die Geschichte des Zionismus in Deutschland bedenke, was hat es da schon an Fraktionen, an Differenzierungen gegeben. Einmal waren es kulturelle, dann waren es wirtschaftliche, dann waren es politische Momente, die diese Differenzierungen bedingt haben und wenn man genauer in dieses Kaleidoskop sieht, dann sieht man aber immer wieder bei allen Trennungen an den Grenzen, wo diese Splitterchen sich berühren. Es ist wie eine Gabe oder ein Fluch, der ihnen in ihre zionistische Wiege gelegt worden ist, immer gegeneinander zu sein, ob es sich um Fragen der Ideologie oder des wirtschaftlichen Aufbaus handelt oder solche kultureller oder rein politischer Natur, die sich zuletzt ini KJV. ausgewirkt haben in den Namen LichtheinvBlumenfeld. Ich habe nichts dagegen, daß diese Menschen die Probleme etwas persönlich überbetont behandeln. Ich will es nicht behaupten, aber es kann doch wahrscheinlich sein« daß für gewisse Menschen irgendeine politische Aktion an Klarheit gewinnt oder verliert, wenn ihre Verkündung mit einer bestimmten Person verbunden ist« Wir werden es nicht erleben, daß die Menschen von dieser persönlichen Differenzierung ablassen werden. Was wir aber nicht dulden wollen, ist, daß derartiges für dar KJV. eine zerstörende Rolle spielt. Es ist nicht so, daß das Präsidium sich eine Liste vorgenommen hat und gesagt hat: „Welche Tendenz wollen wir uns ausdenken, um diese und diese Menschen! aus dem Kartell herauszubringen?" So etwas gibt es ja garnicht. Nein, man nimmt eine politische Frage und stellt sie ab auf das Problem des KJV. Alle die Leute, die die alten persönlichen Gegner der Initiatoren sind, sind sogleich vereint, iif der Ablehnung. In dem Rest-KJV. sind allgemeine Zionisten, Arbeiterparteiler, Misrachisten; es könnten sogar Revisionisten drin sein, wenn sie ausgeschieden sind aus der Revisionistischen Union. Die Verwirrung geht so weit, daß ein Mann wie Lichtheim, der selbst aus denselben Gründen aus der^verrj^ktfift Anarchistenbande^ ausgeschieden ist, jetzt austritt aus „Bundesbrüderlichkejt" für die,dienicht wie eraüs^ der Tlevisionistischen Union austreten wollen» Ich frage mich, was kann diese 75 Menschen veranlassen, sich so einzusetzen, daß sie das KJV. aufgeben für eine Sache, die sie selbst nicht billigen. Die Bundesbrüderlichkeit? Es ist ganz klar, zwischen den Anträgen, die vorlagen, gibt es keine sachlichen Differenzen. Ich bin der Meinung, daß Recht und Unrecht nichts zu tun hat mit Paragraphen und vielleicht auch nichts mit Juristerei. Ein Wunder ist geschehen. Man macht einen Antrag, der der innerlichen Einstellung durchaus entspricht; er kommt zustande auf Grund von Dingen, die in dem Briefe von Rosenblüth dargelegt werden. Und nun treten 23t