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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 21

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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können, daß man es den Altherrenbünden hier übel genommen hat, wenn sie schon Vor dieser allgemeinen Tagung zu den Vorgängen Stellung nähmen. Es wäre ja Widersinnig, wenö wir uns zu deni Vorgängen nicht äußern würden, und' warum sollen wir nicht schreien, wenn wir Schmerz empfinden? Wenn wir nun unter Aenderung der bisherigen Rechtslage beschließen würden, daß die drüben Ausgetretenen bei uns Mitglieder bleiben, dann fürchte ich — auf Grund sehr bestimmter Anhaltspunkte —, daß es auch hier ■eine Spaltung im KJV, gibt. Es würden dann vielleicht wirklich nur noch ein bzw. zwei Zusammenschlüsse geselliger Art des KJV« zurückbleiben. Wenn: aber jemand der Meinung ist, wir sollten es darauf ankommen lassen, so möge auch er seine Meinung offen aussprechen. Wenn wir so auch die Beschlüsse drüben sachlich eindeutig mißbilligen, so wird es doch zunächst das kleinere Uebel sein, wenn sich diejenigen Bundesbrüder, die drüben ausgetreten sind, damit abfinden, daß sie faktisch zur Zeit nicht mehr KJV.er sind. Ich halte allerdings rechtlich die Beschlüsse der 1. palästinensischen Tagung für irrelevant, weil sie nicht auf einem Kartelltag gefaßt wurden; und ich halte die Beschlüsse, die auf dem 1. Kartelltag drüben angenommen worden sind, für ungültig, weil sie die klar vorgeschriebene statutenmäßige Mehrheit nicht erreicht haben. Ich verstehe gerade von der Grundauffassung Krojankers aus nicht, wie sich die Erhalter der demokratischen Rechtsformen so leicht über m, E. eindeutige Bestimmung des Rechts und unserer KJV.«Verfassung hinwegsetzen können; würde das die Gegenseite tun, so würde er vielleicht von revisionistischen Methoden sprechen. Aber bei der Autonomie der beiden Verbände können auch diese Fragen in einer praktisch wirksamen Weise ausgetragen werden« Immerbin darf unsere Zurückhaltung nicht so weit gehen, daß wir nicht in vollem Umfange unsere Meinung dazu sagen. Als Zionisten, welcher Richtung auch immer und in welchem Lande der Diaspora auch immer, haben wir unsere Ansichten und unser« Wunschvorstellung darüber, wie das jüdische Palästina aufgebaut sein splL Und wenn auch viele Dinge der wirklichen Lebensgestaltung in Palästina nur von denen gestaltet werden können, die bereits im Lahde wohnen, so arbeitet doch auch jeder andere Zionist letzten Endes an seinem oft fernen Ort an der Gestaltung des zukünftigen Lebens in Palästina. Und nur wir KjV.er sollten bei dem partiellen Wunschbild, das wir von dem Wirken) des KJV. in Palästina (dem man allerdings bei jeder ernsten Betrachtung nicht ohne Skepsis gegenüberstehen kann) keinerlei Meinung haben und auch aussprechen dürfen? Ich bin nach wie vor der Meinung, daß man im KJV« hier wie drüben gut zusammenarbeiten kann, auch wenn man verschiedener politischer Ansicht ist. In der Ermöglichung eines Meinungsaustausches! einer solchen Zusammen" arbeit Hegt ein wesentliches Kriterium für die Berechtigung der Fortexistenz des KJV. in Palästina. Daß demgegenüber eine einseitige Politisierung des Kartells drüben betrieben worden ist, zeigt auch ein hier vorliegendes Rundschreiben an die Chawerim der Histadruth, das sie zur Beteiligung an den Kartelltagswahlen auffordert, mit der Begründung, man dürfe das KJV. „jedenfalls nicht kampflos unseren politischen Gegnern überlassen". Und Ihr wißt ja auch, daß die anderem Personen, die Mitträger des neuen Kurses im KJV. sind, identisch sind mit den Führern der benachbarten politischen Gruppe der Kidma. Ich nehme garnicht politisch Stellung zu diesen Gruppen. Ich weiß und kann beweisen, daß viele KJV.er* die sich diesen Gruppen zurechnen, als KJV.er den Kurs Krojanker ablehnen. Und Krojanker weiß das genau so gut. Nach Krojanker kann der gemeinsame Bewährungs* gedanke unserer Gemeinschaft in Palästina nur politischer Natur sein. ».

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