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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 18

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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für das Palästinakartell eine neue Situation geschaffen ist durch den sogenannten Friedensschluß, und man wird darauf hinweisen, daß wir insbesondere im Hinblick auf den sogenannten Friedensschluß von dem Palä~ stinakartell eine Aufhebung der Beschlüsse des Kartelltags vom August 1934 verlangen müssen. Nun, ich möchte zunächst zu dem Friedensschluß eine Aeußerung verlesen, die mir gerade heute früh zugegangen ist und die sich in den ZVfD,-Blättern findet, von denen ich hoffe, daß sie ein großer Teil von Euch erhält. Es ist ein Artikel aus der Zeitschrift „Unser Wort", der Wochenschrift des Zentralverbandes in Lettland mit der Ueberschrift „Wirklich schon Friede?" und in diesem Artikel heißt es: „Die Revisionisten sagen zu, in Zukunft auf die Bekämpfung gegnerischer Gruppierungen durch Waffengewalt zu verzichten. Es ist schon schlimm genug, daß man so etwas mit einer jüdischen und gar noch mit einer zionistischen Partei in einem besonderen „Friedenstraktat" abmachen muß. Aber was tut man nicht alles um des Friedens willen? Die wahren Zweifel und Fragen tauchen aber erst auf, wenn man sich daran erinnert, was alles in dem Dokument fehlt, daß sich so anspruchsvoll „Friedensvertrag" nennt. Kein Wort darüber, daß die Revisionisten die Disziplin der ZO. anerkennen und alle die Pflichten auf sich nehmen, die in gleicher Weise allen Bürgern unseres „Staates unterwegs" auferlegt sind." Liebe Bbr.Bbr., Ihr werdet hoffen und auch ich teile diese Hoffnung, daß mit diesem sogenannten Friedensschluß das Ende der Entwicklung nicht abgeschlossen ist; sondern, daß die Verhandlungen weiter gehen werden und daß es zu einer wirklichen Unterordnung der Revisionisten unter die zionistische Organisation und unter die zionistische Disziplin kommen wird, wenn wirklich die Revisionisten ihre Verpflichtungen gegenüber der Zionistischen Organisation und gegenüber den zionistischen Fonds anerkennen werden, dann wird auch für das Palästinakartell eine neue Situation geschaffen sein. Wir müssen das Vertrauen haben, daß das Präsidium des Kartells dort aus der veränderten Situation diejenigen Konsequenzen zieht, die zionistisch geboten sind. Aber wir können durch eine Beschlußfassung unsererseits diese Entwicklung nicht fördern, sondern eine Entwicklung nur stören. Wir können durch Beschlüsse unsererseits nicht zu einer Entwicklung des Kartells in Palästina beitragen, wohl aber habt Ihr die Möglichkeit, durch Beschlüsse hier eine Spaltung auch des Kartells in Deutschland herbeizuführen und ich bitte auch, diese Konsequenz vor Augen zu halten. Wir wollen hier die Diskussion und Aussprache mit aller Offenheit und aller Freimütigkeit führen und sollen alles das sagen, was wir auf dem Herzen haben. Kurt Tuchler: Bbr. Hirsch hat eben in seinem Bericht daran erinnert, was mit i h m seinerzeit besprochen worden ist, als es sich darum handelte, hier ein neues Präsidium zu bilden. Damals war Blumenfeld gerade in Berlin. Und vorher an einem Abend im Januar haben w i r über die Bildung des Präsidiums gesprochen. An diesem Abend ist klar und deutlich gesagt worden: „Auf die Dauer werden im KJV. nur diejenigen Platz haben, die auf der Linie der Linken oder bei jener Gruppe stehen, die man früher linkes Zentrum genannt hat." Ich wurde damals gefragt, wie ich mich dazu und insbesondere zu den sogenannten Tel-Aviver Revisionistenbeschlüssen stelle. Ich habe Blumenfeld mit aller Deutlichkeit erklärt, daß ich diese ganze Auffassung vom KJV. für falsch halte und eine solche Entwicklung 18

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