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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 6

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Instanzen, sich Revisionisten und ZVfD. gegenüberrraten, hat unser Prestige sicherlich geschmälert, wenn auch der endgültige Austrag dieses Verfahrens vor den nichtzionistischen Stellen noch vermieden werden konnte« Sicher scheint auch, daß die so skeptische Haltung der Allgemeinen Zionisten in Deutschland gegenüber dem Friedensschluß mit den Revisionisten, wie sie in ihren Konferenzen zutage tritt, auf die Schwierigkeiten zurückzuführen ist, die die Abkehr von einem Wege bereitet, den man bis zu einem so weiten Ziele bereits verfolgt hatte. Unsere Haltung zum RJF. soll hier keiner ausführlichen Untersuchung unterzogen werden. Darüber wird noch bei anderer Gelegenheit gesprochen werden müssen. Sicher ist, daß der RJF. am stärksten diejenigen Tendenzen: betont hat, die wir früher bei dem Großteil des deutschem Judentums bekämpft haben. Und es liegt deshalb klar, daß die Auseinandersetzung mit ihm mit starken und kämpferischen Mitteln zu erfolgen hatte. Der deutsche Zionismus in allen seinen Teilen — namentlich der Makkabi — wird mit diesem Partner im innerjüdischen Kampfe noch manchen heftigen Strauß zu führen haben. Vielleicht war auch der Beschluß, daß alle Zionisten aus dem RJF. auszutreten hätten, erforderlich; doch blieb er eine politische Halbheit,, solange wir für bestimmte Aufgaben nichts Gleichwertiges an die Stelle setzten. Man mag im übrigen zum RJF. eine Stellung einnehmen, wie man will, so bleibt doch klar, daß dem RJF. wichtige, ja für viele auch unserer Menschen lebenswichtige Arbeiten (Frontkämpferfragen, Hinterbliebenen- und Rentenangelegenheiten) zufielen. Wenn man einen Beschluß faßte, wie die ZVfD. es tat, so mußte man gleichzeitig die Erledigung dieser Aufgaben mit ernstem Nachdruck in die eigene Hand nehmen. Wenn ich sagte, der Beschluß sei vielleicht erforderlich gewesen, so soll damit angedeutet werden, daß es auf der andern Seite bedauerlich ist, nunmehr gar keine Möglichkeit mehr zu haben, innerhalb der Reihen des RJF. dem zionistischen Gedanken zu popularisieren. Etwa 150 Zionisten haben den Frontbund verlassen; eine beträchtliche Zahl. Wir haben bei so vielen Gelegenheiten die Erfahrung gemacht, daß sich ideologisch fundierte Zionisten durch die Kraft und Eindeutigkeit ihrer Anschauungen Gehör und Anerkennung verschaffen können, daß wir bedauern müssen, solche Möglichkeiten im RJF, nicht mehr zu haben. Auch hier hätten die Zeit und unsere Menschen sicherlich für uns gearbeitet und wenn auch dieser Bund als solcher seine gegnerische Haltung gegen uns nicht aufgegeben hätte, so wäre doch für unsere Ideen ein weites Arbeitsfeld uns erhalten geblieben. Dem RJF. gegenüber hat man zu dem schärfsten Mittel gegriffen, das zu Gebote steht; dem Centraiverein verbanden wir uns durch intimste, wenn auch einseitige Freundschaft. Unserer politischen Führung fehlte das Maß, Mitte zu halten. Sie hatte geglaubt, daß gewisse jüngere Elemente im Centraiverein bereits unseren Anschauungen sich soweit genähert hätten, daß mit ihnen eine echte Bündnispolitik möglich sei. Sie verkannte, daß auch diese Strömungen eigenen Gesetzen unterworfen sind, die es unmöglich machen, über eine gewisse Grenze hinaus sich uns zu nähern, ohne damit gleichzeitig die Grundlage der eigenen Organisation preiszugeben. Vielleicht stehen sogar diese „deutsch-jüdisch-jungliberalen" Kreise im letzten Grund der ZVfD. ideologisch ablehnender gegenüber, weil sie auf Grund der Ereignisse zu einer eigenen Neuformulierung ihrer Weltanschauung gekommen sind, als manche andern Kreise des religiösem Liberalismus. Und so wird von zionistischer Seite heute vielfach als Felonie und Undankbarkeit bezeichnet, was der Führung des Centraivereins — und zweifellos mit Recht — nicht so zu erscheinen braucht. Dort 6

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