Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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an Hand von Zahlen und Kurven die gesteigerte zionistische Leistung in Deutschland dargestellt findet, wird dieser Arbeit seine Anerkennung nicht versagen. Und es ist fraglos, daß nicht nur unsere Ortsgruppen, unsere Makkabi- und Jugendvereine und der Hechaluz, die Nationalfonds und Keren- Hajessodeingänge zahlenmäßig gestiegen sind, sondern daß gleichzeitig eine vertiefte zionistische Bildung zu verzeichnen ist. Zionisten wissen heute von den Realitäten Palästinas und des jüdischen Lebens ungleich mehr, als vielfach früher. Erfreulicherweise sind — und das ist auch mit einer der Gründe des Erfolges — aus unserer Propaganda jene einseitigen und abkapselnden Ideologien verschwunden, die in früherer Zeit im deutschen Zionismus vielfach anzutreffen waren und die ihn verhinderten, über einen relativ engen Kreis meist akademisch geschulter Menschenhinaus eine wirkliche jüdische Volksbewegung zu werden. Heute ist unsere Propaganda einfach und klar. Ihre stärksten Faktoren sind die Lage des jüdischen Volkes, der Stolz auf unsere Geschichte, die Gegebenheiten Palästinas und die Erfahrungen, die jeder, an den sich diese Propaganda richtet, in eigener Person gemacht hat. Und so dürfen wir feststellen, daß der Versuch, große Massen für unsere Idee zu gewinnen, in weitem Umfange geglückt ist. Wenn bisweilen gesagt wird, daß vielleicht in den ersten Monaten nach der nationalen Revolution noch mehr hätte erreicht werden können, so mag das zutreffen; man hat aber mit Erfolg versucht, die Schwierigkeiten der ersten Zeit zu überwinden. Wenn so auf zwei wichtigen Gebieten neue zionistische Werte geschaffen worden sind, so darf nicht verkannt werden, daß wir in der Methode unserer politischen Arbeit nicht immer eine glückliche Hand bewiesen haben. Innerzionistisch ist damit unsere Haltung in der Revisionistenfrage gemeint, außerzionistisch unsere Politik gegenüber dem RJF., dem Centraiverein und in dem Komplex Gemeinde-Reichsvertretung. Der Revisionistenbeschluß des ZVfD. hat in Deutschland eine Verschärfung der Situation herbeigeführt, die es heute außerordentlich schwer macht, die zerschnittenen Fäden wieder zu knüpfen. Von geringen Ausnahmen abgesehen hielt in Deutschland, z. T. durch die Arbeit Lichtheims, die Revisionistenbewegung eine Linie, die es bei aller Ablehnung vieler Methoden dieser Richtung ermöglicht hätte, die Spaltung nicht bis zum äußersten kommen zu lassen. Viele Revisionisten haben die Gründung neuer ,,nationaler Gewerkschaften" in Palästina getadelt, haben wegen des Beschlusses, sich in politischen Fragen der zionistischen Organisation nicht einzuordnen, wegen der pädagogisch gefährlichen und politisch illusionierenden Erziehungsmethode der Brith Trumpeldor und wegen anderer ebenso schwerwiegender Gründe die Revisionistenunion verlassen. Auch haben sich diese Gründe durch die dann folgende Entwicklung als sehr gerechtfertigt herausgestellt. Immerhin war eine teilweise Abkehr vom Radikalismus festzustellen, die weite Kreise zumal des deutschen Revisionismus ergriffen hatte. In diese Entwicklung hätte man nicht, die Situation versteifend, eingreifen sollen, wie es leider geschehen ist. Es war falsch, gerade hier in Deutschland und heute die Trennungslinie so scharf zu markieren, wie dies durch den Beschluß der ZVfD., der die Zugehörigkeit zur Staatszionistisdien Organisation mit der Zugehörigkeit zur Zionistischen Vereinigung für unvereinbar erklärte, zum Ausdruck gekommen ist, Die Folgen dieses radikalen Schrittes spüren wir heute, wo in der zionistischen Welt ringsum sich eine Befriedung anzubahnen scheint, außerordentlich stark. KJV.ern braucht angesichts der ernsten Besorgnisse, die die Revisionisten- Beschlüsse des Palästinakartells uns bereiten, darüber nicht viel gesagt zu werden. Daß aber in Klageschriftsätzen und Gegenklagen vor nichtzionistischen 5