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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 47

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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der Stellungnahme bei uns herausbilden könnte. Ein großer Teil des Jischuw reagiert nach Gefühlen und Affekten. Wenn die etwa 570 Menschen, die wir jetzt noch im Kartell sind, auf Grund von Kenntnissen einigermaßen geschlossen urteilen und reagieren, so kann das bei der Kleinheit der hiesigen Verhältnisse von wohltuendem Einfluß werden. Und wenn wir vielleicht einmal dazu kämen, in Form einer K JV.-Publikation (Hebräisch) unsere Stellungnahme in den Hauptbezirken zu präzisieren, so wäre das bestimmt ein gutes Nebenprodukt unserer Tätigkeit auf diesem Gebiet. 3. Wirtschaftliche Beratungsstellen kann und soll das K. J. V. nach unserer Meinung nicht schaffen. Sie existieren im Lande, und unser Apparat reicht seiner Natur nach nicht hin, sie besser zu machen. Aber es gibt etwas, was eine wirtschaftliche Beratungsstelle nicht kann, und was wir könnten: Nämlich auf die Sorgen des Einzelnen individuell — mehr verständnisvoll als technisch beratend — eingehen. Es sollen sich für diese Aufgabe vor allem die schon länger im Lande ansässigen Bundesbrüder zur Verfügung stellen. Und dann müßten wir noch etwas können: Nämlich Bundesbrüdern durch direkten Einfluß, durch Beziehungen und Vermittlungen unmittelbar helfen. Das ist keine Sache der Organisierung. Das ist Sache einer Bundesbrüderlichkeit, von der soviel geredet wird. Unser Rahmen mit seinen paar hundert Menschen hier ist eng genug, um dem Begriff Bundesbruder den alten Klang von einst zu geben. Die noch nicht eingeordneten KJV.er und die, die neu hierher kommen, müssen wirklich am K. J. V. eine Hilfe und Stütze haben. Am K. J. V. kann aber hier nur heißen: An den einzelnen, vor denen jeder einfach durch seine Zugehörigkeit zum K. J. V. legitimiert ist. In diesem Zusammenhang soll auch das Projekt der KJV.er Siedlung, des einzigen wirtschaftlichen Unternehmens, das wir als K. J. V. ins Werk setzen könnten und sollten, Erwähnung finden. Das Präsidium ist dabei, hier zu einer neuen Meinungsbildung zu kommen und dann praktische Schritte zu tun. Wir lassen es im gegenwärtigen Stadium bei diesem kurzen Hinweis bewenden. 4. Das Programm der Außenarbeit ist in seinen wesentlichen Teilen in dem bisher Gesagten schon enthalten. Die Schaffung sogenannter Jugendgruppen bedingt schon die Heranziehung Außenstehender. Die Veranstaltung hebräischer und deutscher Vortragsabende als öffentlicher Abende, in denen die Gegenstände unseres Interesses entweder erstmalig oder auch als Wiederholung gelungener interner Diskussionen behandelt werden., sind gleichfalls Außenarbeit, durch die wir uns entweder dem Jischuw oder deutschen Kreisen annähern. Zu dieser gemeinschaftlichen Außenarbeit kommt die Tätigkeit, mit der sich möglichst jeder Einzelne an den Aufgaben des Jischuw beteiligen soll. Hier gilt, wie das auch bei ähnlicher Arbeit in Deutschland der Fall war, das K. J. V, nur als Reservoir, das die Kräfte stellt und wieder in sich zurückleitet. Im Grunde ist alles, was wir zu leisten vermögen. Dienst am Lände. Ob es dann innerhalb dieses Rahmens eine spezielle Aufgabe gibt, für die das K. J. V. als solche eingesetzt werden kann und muß, hängt erstens von der Entwicklung des K. J. V. selber ab und zweitens von den besonderen Gegebenheiten, die das wirtschaftliche und politische Leben jeweils hier mit sich bringt. Wir hoffen und erwarten, daß diese Ausführungen ein lebendiges Echo im Kartell finden. Es mag sich in Kritik und Anregungen äußern, denen wir weit offen stehen. Es soll aber vor allem in positiver und konkreter Form die Bereitschaft zur Mitarbeit zum Ausdruck bringen. Das Präsidium ist ohnmächtig ohne diese Bereitschaft. Wir bitten also um Zuschriften, in denen: 1. Vorschläge oder Mitteilungen über die Bildung von Gruppen in den Städten und auf dem Lande gemacht werd; 171

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