Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Für den Inhalt unserer Arbeit sind folgende Vorschläge zu machen; / 1, Durch eine Resolution des vergangenen Jahres wurde bestimmt, daß 'jeder KJV.er in zwei Jahren das Hebräische beherrschen muß. Leider ist das Ziel mit Resolutionen nicht zu erreichen. Aber mit oder ohne Resolution ist ein hebräisch sprechendes Kartell unser wesentlichstes Ziel. Es gibt keinen anderen Weg in den Jischuw und in das Land. Unsere wirkliche Wirksamkeit im Land kann erst beginnen, wenn wir hebraisiert sind; bis dahin ist alles nur Vorbereitung. Und unter dieser Hebraisierung verstehen wir nicht nur die fomale Fertigkeit der Verständigung, sondern auch eine möglichst weitgehende inhaltliche Durchdringung mit dem hebräischen Kulturgut. Wir halten wenig von platonischen Aufforderungen und wenig von der Einrichtung von Kursen und dergleichen, die doch in hinreichender Zahl bestehen und nur ausgenutzt zu werden brauchen. Dagegen versprechen wir uns außerordentlich viel davon, wenn die vorher erwähnte Gruppenbildung vor allem zur Schaffung hebräischer Sektoren bei uns führte. Wir haben schon genug Menschen, um überall eine Gruppe zu bilden, in der nur Hebräisch gesprochen wird und die sich neben dem allgemeinen K.J.V.-Programm vorwiegend der gemeinsamen Lektüre und Erörterung hebräischer Literatur widmet. Das Ziel dieser Sektoren muß es sein, allmählich das ganze K. J. V. in sich aufzunehmen; sie sind der Vortrupp, an dessen Größe und Wachstum wir die Eingliederung des K. J. V. ins Land werden ablesen können. Es muß eine Ehre sein, in sie aufgenommen zu werden. Und es kann für die jetzt schon hebräisch sprechenden Bundesbrüder eine lockende Aufgabe darin liegen, so durch Aktivität wie durch die Sprache voranzugehen. Wir könnten sogar wahrscheinlich jetzt schon, bei Zusammenfassung der Kräfte, ab und zu öffentliche Veranstaltungen in hebäischer Sprache machen, und zwar dieselben, die der andere Teil des Kartells noch deutsch abhalten muß. Wie diese an die deutschen Kreise, könnten damit jene an die entsprechenden Kreise im Jischuw herankommen. Das ist kein Zukunftsziel, es kann in gewissen Umfang schon jetzt verwirklicht werden. Und wahrscheinlich liegt in der Existenz und der Tätigkeit solcher aktiver hebräischer Gruppen für die übrigen Bundesbrüder der stärkste Anreiz zur Erlernung der Sprache. Die hebräische Gruppe könnte auch das Sprachstudium der übrigen noch durch geeignete Maßnahmen direkt anregen und überwachen. Hier liegt die größte und wichtigste Aufgabe des Kartells. 2. Es sind bei uns, und zwar nach Möglichkeit systematisch, alle die aktuellen Fragen zu erörtern, von denen die Gestaltung unseres Lebens hier abhängt. Hierher gehören die außenpolitischen Probleme der Araberfrage und unsere Stellung zur Mandatarmacht; hierher die innerpolitischen der Kolonisation, die «die Aufgaben unserer Fonds (ländliche und städtische Bodenpolitik) sowie Formen und Arten der privaten Siedlung umfassen; hierher der ganze Komplex der Arbeitsfragen, die das homogenere Kartell jetzt hoffentlich wirklich sachlich behandeln kann; hierher die ebenso brennende Frage nach der Reform unserer Organisation und schließlich das ganze große Gebiet der Erziehungs- und Kulturfragen. Dies alles soll zur eigenen Orientierung und Klärung dienen, es könnte aber auch darüber hinaus wirksam werden. Bedeutsame Fragen, für die gute Referenten unter uns zu haben sind, können gelegentlich auch für Außenstehende mit behandelt werden; solche vor allem, die die H. O. G. ihrer Natur nach von ihrem Programm ausschließen muß. Wir können vielen Tausenden von Deutschen im Lande damit dienen. Und sehr wesentlich wäre es, wenn sich überdies im Laufe der Zeit wenigstens eine gewisse Gemeinsamkeit 170