Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Arbeitsprogramm des Palästinapräsidiums (abgedruckt irr den Veröffentlichungen des Palästina-Präsidiums unter der Überschrift i »Unsere nächsten Schritte« Wir betrachten den Kampf des Kartelltages, soweit er ein Kampf der Argumente war, nunmehr als endgültig abgeschlossen. Jetzt beginnt der andere Kampf, den wir durch positive Leistung zu bestehen haben. Und ebenso wie die Polemik wollen wir die Frage nach dem Sinn des K. J. V. in Palästina jetzt erledigt sein lassen. Auch dieser Sinn kann sich nur durch unsere Arbeit erweisen. Und wenn wir Euch nun im folgenden den Entwurf eines Arbeitsprogrammes vorlegen, so sind wir uns dabei über zweierlei klar. Einmal darüber, daß dies Programm nicht erschöpfend ist, daß es nicht alle Arbeitsmöglichkeiten enthält, die das K. J .V, hier überhaupt haben könnte. Wir tasten tatsächlich noch auf neuem Boden, und erst die Erfahrung einer längeren Zeit wird unseren Weg deutlicher und genauer abstecken können. Dann darüber, daß auch das vollkommenste Programm eine Schreibübung bleibt, so lange wir nicht in unseren Reihen die lebendige Kraft finden, die es verwirklicht* Unsere Arbeit ist im wesentlichen keine Programmsondern eine Personenfrage. Und mit diesen Vorbehalten gehen wir nun an eine Darstellung dessen,, was zunächst notwendig ist. Wir beginnen mit dem Organisatorischen. Die gegenwärtig noch amorphe Masse des K. J. V. in Palästina muß sich wieder lebendig gliedern, um arbeitsfähig zu sein. Ihre Gliederung ist zur Zeit nur rein lokal gegeben, wobei sogar außerhalb der drei Städte ein Zusammenhang in tätigen Gruppen so gut wie nicht besteht. Für die Städte liegt das Hauptproblem in Tel-Aviv, das den größten: Teil der KJV.er umfaßt. Hier werden jetzt Anfänge zu einer Gliederung gemacht: Es hat sich eine jugendliche Gruppe (unter Leitung von Max Hirsch, Hans Kaufmann und Boehm) gebildet, und mit der Zusammenfassung besonders tätiger älterer Bundesbrüder ist (unter Führung von Paul Hirsch) ebenfalls begonnen worden. Es ist richtig, die Entwicklung dieser Bestrebungen abzuwarten, ehe man in Tel-Aviv selbst weiter geht. Für Haifa und Jerusalem kann aber dies Vorgehen schon jetzt insofern vorbildlich werden, als man auch hier wenigstens zur Bildung von jugendlichen Gruppen vorschreitet. Die Schaffung kleinerer und homogenerer Zirkel gestaltet die Arbeit intensiver und vor allem auch den persönlichen Zusammenhang enger. Darüber hinaus aber könnten die Gruppen der Jüngeren uns auch neuen Nachwuchs bringen, der natürlich — aber das ist doch für uns heute kein Problem mehr — kein akademischer sein wird. Es gibt hier genug jugendliche Menschen, die aus allen, möglichen zionistischen Gruppen Deutschlands kommen, und es gibt Jugendliche unter den deutschen Nichtzionisten. Sie müssen hier, nicht viel anders als in Deutschland, zionistisch erzogen und gehalten werden. Wir sehen in der Gewinnung solcher junger Menschen und ihrer wirklichen Einbeziehung in die Atmosphäre zionistischen Ernstes, die wir anstreben, eine der wesentlichen Aufgaben, die wir hier vollbringen können. Außerhalb der Städte kommt es zunächst darauf an, die in den Kolonien verstreuten Bundesbrüder nach Möglichkeit zu Arbeitsgemeinschaften zusamzufassen. Wir versprechen uns davon besonders deshalb viel, weil sie den engeren persönlichen Zusammenhang mit dem Jischuw und seinen Problemen haben und daher von ihnen die Hauptanregung für unsere zukünftige Arbeitsgestaltung ausgehen könnte oder sogar müßte. m