Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeit der Gruppe Tel-Aviv. Hier fanden aber trotzdem in der letzten Zeit regelmäßig Veranstaltungen statt, Folgende Themen wurden behandelt: Aussprache über die Arbeit des K.J.V. in Tel-Aviv; Bericht über die jüdische und zionistische Situation in Deutschland von Martin Bandmann; Begrüßung einer K.J.V.er-Reise mit Referaten von Bbr. Arnsdorf: „Die Orangenindustrie und Herrn Max Tischler: „Die Industrie Palästinas; Frau Dr. Gerda Luft: „Die Probleme der Wirtschaft — Konjunktur und Krise; Frau Dr. Gerda Luft: „Die politische Situation. Leider war der Besuch dieser Veranstaltungen nicht derart groß, wie man es hätte erwarten können, und man muß betonen, daß gewisse Kreise der Bundesbrüder, die sich selbst als Opposition gegen das jetzige Präsidium bezeichnen, diesen Veranstaltungen meist fern blieben. Gleich nach der zweiten Tagung hatten sich eine Reihe von Bundesbrüdern mit Nichtbundesbrüdern zu einer klubartigen Organisation zusammengeschlossen, die die Kräfte dieser Bundesbrüder absorbierte und es verhinderte, daß sie sich an der Arbeit des K.J.V initiativ oder auch nur anteilnehmend beteiligten. Es handelt sich dabei wohl um Bundesbrüder, die mit den Revisionistenbeschlüssen der beiden Tagungen nicht einverstanden waren und die glaubten, auf diese Weise eine wirkungsvolle Opposition gegen die Mehrheit der hiesigen K.J.V. auszuüben. Es ist zu bedauern, daß durch diese Kräftezersplitterung die Arbeit besonders in Tel-Aviv leiden mußte, und wir halten es für unsere Pflicht, diesen Bundesbrüdern, in deren Kreis sich die schärfsten Kritiker der Arbeit des Präsidiums befinden, vorzuhalten, daß ihre Abstinenz mit dazu beigetragen hat, daß das Kartell in Palästina nicht weitere Fortschritte gemacht hat. Wenn auch früher schon, so doch erst recht hier bei den oben gezeichneten Verhältnissen, ist es einem Präsidium, das sich erst in sämtliche Arbeitszweige einarbeiten muß, nur möglich, seine Arbeit auszuführen, wenn es bei allen Bundesbrüdern trotz aller Meinungsverschiedenheiten Unterstützung und Anregung findet und auch die nicht an verantwortlicher Stelle stehenden Bundesbrüder die Verantwortung für das Gelingen der Arbeit fühlen und von sich aus die Initiative ergreifen. Das Präsidium hätte es begrüßt und auf jede Weise zu fördern versucht, wenn Bundesbrüder von sich aus kleinere Gruppenbildungen innerhalb des Kartells vorgenommen hätten und nicht durch eine derartige Neugründung, die zwar — wie man sagte — nicht gegen das K.J.V. gerichtet sei, aber in der Tat sich dahingehend auswirkte, den Boden für eine Spaltung bereitet hätten. Es ist zu hoffen, daß bei der nunmehr vor uns stehenden Aufgabe der Programmgestaltung des K.J.V. in Palästina sich wiederum alle Kreise der Bundesbrüder zu einer einheitlichen Arbeit zusammenfinden und das Werk weiter fortführen werden. Dies wird aber auch dann nur möglich sein, wenn die Bundesbrüder mehr als bisher die Verpflichtung fühlen, die Mittel für die Arbeit zur Verfügung zu stellen. Eine große Zahl der Pläne des Präsidiums konnte nicht ausgeführt werden, weil die Bereitwilligkeit fehlte, auch bei denen, die dazu in der Lage waren, das notwendige Geld zur Verfügung zu stellen. Merkwürdigerweise zeigte sich diese Gebeunfreudigkeit nicht nur bei der Beitragszahlung, sondern auch bei dem Versuch, einen Hilf sfonds für in Not geratene Bundesbrüder zu gründen. Auch hier waren es immer nur einige wenige, die beisprangen, während eine große Zahl der Bundesbrüder dieses erste Gebot der bei uns sehr viel zitierten und gerühmten Bundesbrüderlichkeit übertraten. Um nun doch den Versuch zu machen, fundierte Hilfsaktionen durchzuführen, wurde mit der 165