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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 40

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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250 Bundesbrüder lebten, die sich in das Land einordnen und eine Existenz suchen mußten. Die naturnotwendige Inhomogenität einer so großen Anzahl von Menschen war ein weiteres Hindernis für eine intensive Erfassung, obwohl naturgemäß fast jeder Bundesbruder einen bestimmten bundesbrüderlichen Kreis finden konnte. Das Präsidium hatte im Anfang vor, die Arbeit in Tel-Aviv von sich aus zu organisieren. Es zeigte sich aber bald, daß bei der Fülle der Aufgaben dieses rein zeitlich nicht möglich war, sondern eine separate Gruppe Tel-Aviv mit eigener Leitung gegründet werden mußte. Da sich auch in C h e d e r a und Umgegend eine größere Anzahl von Bundesbrüdern befand, konnte auch dort eine Gruppe gegründet werden, die — da naturgemäß die Zahl der Bundesbrüder keine große ist — intensiv arbeiten kann. — Es muß noch bei dieser Gelegenheit auf einen Punkt aufmerksam gemacht werden, der wohl für die meisten neu in das Land gekommenen Bundesbrüder zutrifft. Vor jedem einzelnen standen die Probleme der persönlichen Einordnung des Suchens nach einer Existenz, die Ungewißheit einer nahen oder weiten Zukunft und die damit in Zusammenhang stehenden kleineren und größeren Schwierigkeiten. Obwohl durchaus der Wunsch vorhanden war, mit Bundesbrüdern zusammen zu sein, wirkten diese Schwierigkeiten doch lähmend auf die Initiative und Tatkraft der meisten, zumal auch fast alle Bundesbrüder, die schon länger im Lande waren, infolge ihrer Berufstätigkeit für eine intensive Arbeit nicht zu gewinnen waren. Sofort nach den Tagungen nahm das Präsidium einen Arbeitspunkt in Angriff der auf dem Gebiete der Außenarbeit gelegen ist. Der großen deutschen Alijah, zum Teil Menschen, denen die zionistische Idee und die mit dem Aufbau verbundene, dem jüdischen Volk gestellte Aufgabe neue Begriffe waren, mußte die Gelegenheit gegeben werden, sich mit den Problemen des Landes vertraut zu machen. Infolgedessen wurde von uns eine größere Anzahl öffentlicher Veranstaltungen veranlaßt, welche noch fortgeführt werden. Diese sollen die zahlreichen Probleme aufzeigen, Material den Menschen geben und sie mit den vielseitigen Bedingungen des hiesigen Lebens vertraut machen. Es hat sich gezeigt, daß diese Vorträge bei den Olim aus Deutschland sehr großes Interesse gefunden haben, und daß die meisten dieser Veranstaltungen gut besucht worden sind. Es fanden bisher folgende Vorträge statt: Direktor Pinkas: Tel-Aviv — Entwicklung und Aufgaben; Arthur Ruppin: Die wirtschaftlichen Aussichten der deutschen Alijah; J. Klinoff: Die politischen Strömungen im palästinensischen Judentum Dr. M, Bileski: Die Verfassung und Verwaltung Palästinas. Margot Klausner: Die Habimah. Mit Aufführung des Einakters von Ch. N. Bialik: Der kurze Freitag; Leo Kaufmann: Das Wohnungs- und Siedlungsproblem in Palästina. Georg Landauer: Arabische Bewegung, englische Politik und Palästinaaufbau; Dr. H. Margulies: Aktuelle Fragen der Palästina-Wirtschaft. In Jerusalem und Haifa wurden diese Veranstaltungen in Zusammenhang mit der Hitachduth Olej Germania gemacht. Auch bei dem Arrangement eines derartigen Vortragszyklus war die Schwierigkeit, sachkundige Referenten zu finden, welche die deutsche Sprache so gut beherrschen, daß sie sich den Zuhörern verständlich machen konnten. An dieser Referentenfrage überhaupt scheitern viele Pläne und Veranstaltungen im Lande, da man einem größeren Kreis naturgemäß andere Vorträge bieten muß, als einem kleinen Zirkel, wo mehr gesprächsweise auch weniger prominente Redner Einfluß auf die Zuhörer nehmen können. Dieser Referentenmangel zeigte sich besonders bei der inneren 164

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