Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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ich mich hierzu auch nicht in meiner Eigenschaft als Staatszionist äußern., Wer diese Dinge als Politicum behandelt, zerstört wissentlich oder unwissentlich die Grundlage unseres Bundes« Ich habe das K. J. V. niemals als einen Ort politischer Windstille aufgefaßt, wohl aber bin ich nach wie vor der Meinung, daß politische Fragen im Kartell im Geiste der Bundesbrüderlichkeit und des gegenseitigen Geltenlassens behandelt werden dürfen und müssen. Die Geschichte des Kartells zeigt, daß dies möglich ist. Auch in Erez Israel war es so — bis zur Mitte vorigen Jahres. Dann wurde ohne zwingenden Grund und unter Verletzung aller Grundsätze des K. J, V. plötzlich die Frage des Ausschlusses der Revisionisten in den Bund hineingetragen. Alle anderen wichtigen Fragen, die gleichzeitig aufgeworfen wurden, wurden stillschweigend ad acta gelegt. Der Kampf, der über ein Jahr dauerte, fand im August dieses Jahres seinen vorläufigen Abschluß damit, daß eine große Anzahl wertvollster Bundesbrüder aus dem Landesverband austraten, von denen nur ein verschwindend kleiner Teil — ich glaube fünf bis zehn — Mitglieder der revisionistischen Union sind. Der Landesverband Erez Israel hat sich gespalten. Kein KJV.er kann die Liste der aus dem Landesverband ausgeschiedenen Bundesbrüder ohne tiefe Erschütterung lesen. Handelt es sich doch dabei nicht nur um alte Zionisten, sondern um Bundesbrüder, die den KJV.er-Gedanken verwirklicht und gelebt haben, Bundesbrüder, die viele Jahre in Erez Israel bewiesen haben, daß sie den Sinn des K. J. V. verstanden haben. Ich glaube einfach nicht — und sehr viele Bundesbrüder werden es mit mir auch nicht glauben —, daß die Auflösungstendenzen, die von dent im letzten Jahre nach Erez Israel eingewanderten Bundesbrüdern in den Landesverband getragen worden sind, nur von dem Willen diktiert sein sollen, daß die paar Revisionisten, die vielleicht nicht K. H. bezahlen, gezwungen werden, ihre Verpflichtungen gegenüber den Fonds zu erfüllen. Wäre nur das der Sinn des Kampfes gewesen, so wäre man bestimmt auf andere und im K. J. V. übliche Methoden verfallen. Tatsächlich war die Frage der Disziplin gegenüber der Organisation nur ein Vorwand. Man will, und nur das ist der wirkliche Grund, den alten Bund preisgeben und ihn zu einer Partei degradieren, die für ganz bestimmte Zwecke eingespannt werden soll. Nur so ist der ungeheure Kräfteaufwand zu verstehen, den man in einem Augenblick, wo alle Kräfte des Landesverbandes auf die Eingliederung der Bundesbrüder in Erez Israel hätten verwendet werden müssen, an die Selbstzerstörung verschwendet hat. Der letzte deutsche Kartelltag vom Februar d. J. hat sich eindeutig dahin entschieden, daß er nicht bereit ist, den Auflösungstendenzen des Landes Erez Israel zu folgen. Wenn jetzt das deutsche Kartell auf der KJV.er Tagung am 17. und 18. November sich wieder mit dieser Frage beschäftigen soll, wird es sich — so glaube ich — wieder für Bundesbrüderlichkeit und gegen Selbstzerstörung bekennen. Drei Berliner Altherrenverbände, die Hasmonaea, die Kadimah und der Rosenkranzbund, haben sich eindeutig gegen die Beschlüsse des Landesverbandes Erez Israel ausgesprochen und eine Annullierung der Beschlüsse verlangt. Die Sympathiebezeugungen für die ausgetretenen Bundesbrüder gingen bis zu der Erklärung der bundesbrüderlichen Verbundenheit mit den aus dem Landesverband Ausgeschiedenen. Alle drei Altherrenbünde haben deutlich erklärt, daß sie die Spaltung nicht als einen endgültigen Zustand ansehen, und vom deutschen Präsidium die Beibehaltung seiner alten Stellung verlangt. Stimmungsmäßig hat sich auch der Ruder-VJSt. im gleichen Sinne 162