Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2827066-3186699-3186704--0871-3186933- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zionist, der einer Kongreßpartei angehört und seine zionistischen Pflichten, erfüllt, gleicher Achtung würdig und wert ist, Mitglied des K. J. V, zu sein* ..., Unter den bisher ausgetretenen rund 100 Bundesbrüdern befindet sich fast ausnahmslos der gesamte alte KJV.-Jischuw. Neben Felix Danziger und Biram, sowie Zlocisti, Josef Loewy, Grünfelder, Treu, Hermann Struck, Brünn- Chederah, Reifenberg, Picard u. a. Daß gerade diese^aTle^^KÄ^et.in1 Lande, die ja den verschiedensten zionistischen Richtungen angehören, und seit vielen Jahren einen wirklich engen, geschlossenen, bundesbrüderlichen Kreis gebildet hatten, dabei sind, ist ein eindeutiger Beweis dafür, daß der Anstoß zur Trennung von denen ins Land gebracht worden ist, welche geglaubt haben, aus dem K.J. V. eine parteipolitische Folie machen zu können. Krojanker, ein Mann, der glaubt, daß man mit feingeschliffenen Formulierungen eine Bereinigung der gewitterschwülen Atmosphäre im Lande erreichen kann, hat in seinem Referat, das den Mittelpunkt des Kartelltages bilden sollte, wenigstens offen und ehrlich das Postulat nach der parteipolitischen Orientierung des K. J. V. aufgestellt- Lichtheim, der auf unserer Seite unsere Anschauungen meisterhaft vertreten hat, hat dem Kartelltag klargelegt, daß man mit literarischen Bonmots das K. J. V. nicht retten kann. Die Verranntheiten eines Felix Rosenblüth, der nun einmal im Revisionismus, und zwar nicht nur in seinen Kampfesmethoden, sondern ^seiiie^Id6olagie^ejn_E^ ging ^soweit, auf eirUgr Wahlversammlung sowohl wie auch auf dem Kartelltag zu erklären, er seinerseits würde aus der Zionistischen Organisation austreten, wenn die Revisionisten ans Ruder kämen. Ich berichte, das nur, um zu zeigen, wie weit die Verwirrung und Verirrung der Gefühle selbst bei einem so vernünftigen und klugen Menschen wie Felix Rosenblüth gehen kann. So blieb uns also nichts anderes übrig, als angesichts der völligen Intransigenz der anderen die Konsequenz ziehen, und aus dem Landesverband auszutreten. .... ... Was nun geschehen soll, wie Ihr in Deutschland zu den Dingen stehen sollt, ist außerordentlich schwer zu sagen. Deinen Vorschlag, einen Sonderverband zu gründen, erachte ich für eine diskutable Grundlage für weitere Verhandlungen. Daß uns allen der Schritt nicht leicht gefallen ist, wirst Du verstehen können. Wir, die wir vor 15 Jahren den BZK. gegründet und ihn vor fünf Jahren wieder in das K, J. V. zurückgeführt haben, wissen am besten» was uns das K. J. V. bedeutet. Aber eine enge Bundesbrüdergemeinschaft, wie sie das K. J. V. darstellt, kann nur bestehen, wenn alle wollen, und die andern wollten und wollen es eben nicht. Der Sonderverband, der eine gewisse Aehnlichkeit mit unserem Ring-Gedanken von vor 15 Jahren hat, ist vielleicht eine Basis für eine Verständigung, d. h. für die Vorbereitung zu einer solchen. Aber die Voraussetzung wäre, daß das deutsche Kartell, das ja heute immer noch Zweidrittel des Gesamt-KJV. repräsentiert, in eindeutiger, klarer Weise abrückt von dem Rechtsbruch, den die Mehrheit hier im Lande begangen hat, abrückt von den Methoden der Diffamierung angesehener und pflichtbewußter Bundesbrüder, abrückt von dem Mißbrauch des Kartells zu einer parteipolitischen Folie. .... Bund oder Partei? Ein Brief von Ernst Hamburger vom 25. Oktober 1934 Liebe Bundesbrüder! Die Vorgänge im Landesverband Erez Israel dürfen von uns als KJV.ern nur vom Sinn des KJV. aus behandelt werden. Daher will 161