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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Immerhin soll doch auch ausdrücklich bewiesen werden, in welchem Maße Jabotinsky seine Pflicht versäumt hat, die Biryonim zu zügeln. Jabotinsky schrieb im „Chasit Haam" vom 7. Oktober 1932: „Der palästinensische Aktivimus ist bei uns eine der gesündesten. Erscheinungen. Man hat keinen Grund, ihn zu verlachen, sondern man muß abwarten und sehen, wie er sich entwickeln wird. Dieser Geist ist viel tiefer, basierter, verwurzelter als es von fern erscheint. Es ist nicht aus Vagem und Unbestimmtem entstanden, sondern aus einer genauen Kenntnis der lokalen Bedingungen und aus einem außerordentlichen Gefühl für die Realität." Nach dem Tagebuch von Achi Meir hat Jabotinsky gesagt: „Ich bin ein Gegner des Monismus. Jewsereff beschäftigt sich mit Ausstellungen, und er muß mit der Beamtenschaft verkehren. Achi Meir kämpft gegen sie. Wir brauchen beide. Sowohl die Bombenwerfer wie die Organisatoren von Ausstellungen. Wenn Euch das nicht angenehm ist: die Revisionistische Union ist eben ein Imperium. Im Staat gibt es auch Huren." Nun ist aber der Schritt von einer fanatischen Lügenhetze, die immerhin noch die Rechtfertigung der „heiligen Lüge" für sich in Anspruch nimmt, bis zum gewöhnlichen Schmutz nur noch ein kleiner. Dafür einige Beispiele: In Strickers seit seiner Bekehrung zum Revisionismus immer mehr verkommenen Wiener Zeitung „Die Neue Welt" vom 12. Juni 1934 heißt es in einem redaktionellen Artikel: „Sima Arlosoroff will nicht zugeben, daß zwischen ihr und ihrem Frauenherzen sehr ergebenen Manne aus Eifersuchtsmotiven ständige Differenzen bestanden, und aus eben diesem falschen Schamgefühl heraus — Sima versteht in Ohnmacht zu fallen, sie ist darin eine Virtuosin, wenn es gerade wirksam ist — sind zunächst alle ihre verlogenen, erdichteten Aussagen, Verdächtigungen, Wunschträume, zu erklären. Sie steht — ein schändliches Kapitel für sich — unter dem Druck ihrer Parteigenossen von der allmächtigen Arbeiterorganisation „Histadruth", die im Schatten eines Mordfalles ihren schäbigen Parteiprofit einstecken will. Die liebe gute Sima, der das Witwenkleid allzu reizend steht, agnosziert, identifiziert: Jeder zweite ist der Mörder." Und an einer anderen Stelle: „Das Geld, das die linke Exekutive der Frau Arlosoroff für ihre Interessenvertreter und für die Bereitschaffung von Beweisen gegen drei unschuldige Juden zur Verfügung gestellt hat, dieses zionistische Geld ist wahrlich gut angelegt*. Frau Sima Arlosoroff, die Arme, kann sich von den Strapazen des Prozesses irgendwo am Mittelmeer sehr gut erholen und der patriotische Zionist Abraham Stavsky, an Ketten geschmiedet, und der Brutalität der englisch-arabischen Wächter preisgegeben, schmachtet weiter im Jerusalemer Gefängnis. Das zionistische Geld ist gut angelegt. Frau Sima Arlosoroff erfreut sich bester Gesundheit. Sie braucht vorläufig nicht in Ohnmacht zu fallen. Der britische Oberstaatsanwalt hat endlich das längst vorbereitete Todesurteil über den Juden Stavsky in der Tasche." Die „Neue Welt" steht zwar im Dienste des „Judenstaatszionismus" und nicht der Revisionistischen Union, aber die zitierten Stellen sind charakteristisch für die Propaganda, mit der die Revisionisten gerade der Jabotinsky-Richtung die öffentliche Meinung der „jüdischen Gasse" von der Unschuld Stavskys überzeugt haben. Die Hetze gegen Sima Arlosoroff spielte dabei eine entscheidende Rolle. Ueberflüssig, zu sagen, daß der von seinen Anhängern als Gentleman angepriesene Herr Jabotinsky in einem besonderen Telegramm Herrn Stricker seine Anerkennung ausgesprochen hat für die von ihm geleisteten Ritterdienste bei der Aufklärung des Volkes und bei der Schaffung 153

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