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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 28

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Euch vor vollendete Tatsachen." Notwendig ist eine Ueberschrift wie diese: „Der dunkle Roman zwischen der Sochnuth und der Mapai" (Arlosoroffll) („Arlosoroff muß man zum Ziele der Pfeile machen") — „Es kommt darauf an, die Angelegenheiten aufzubauschen in kleinen und großen Kapiteln. Viel Ueberfälle, viel Aufreizendes, viel aufwühlendes Material in jeder Nummer. Das Interesse der Schuster in Palästina ist mir nicht wichtig und geht mich nichts an. Es gibt wichtigere Dingel Notwendig ist Sprengstoff von einer anderen Art.* Die Zeitung muß sich die Gunst des Publikums verschaffen durch die Wahrheit sowohl wie durch die Heilige Lüge." An einer anderen Stelle heißt es: „Ich fordere Euch auf, energisch zu sein, nicht viel zu reden, sondern treu und still zu arbeiten und vorsichtig zu sein. Nennt die Knechtseelen Knechtseelen! Behauptet von ihnen, daß sie Gelder stehlen. Das wird in Palästina und im Galuth ein Echo hervorrufen." Oder wieder an einer anderen Stelle: „Tue mir einen Gefallen und höre auf, über ... zu schreiben. Du mußt schreiben: Vor einem Jahr wurden drei Chaluzim in Jadjur ermordet. Nachher hat man versucht, den Juden usw. zu ermorden. Keiner von den Mördern wurde gefaßt, aber Arlosoroff luncht mit dem High Commissioner. Ungefähr in diesem Stile. Kurz und kalt." Die Moral des politischen Mordes wird in der Megillat Hasikrekim von Achi Meir folgendermaßen entwickelt: „Der Begriff des politischen Verbrechens ist ein Begriff, bei dem das Verbrecherische subjektiv ist. Der Angeschuldigte und seine Anhänger blicken auf die Tat nicht als auf ein Verbrechen, sondern als auf eine positive Leistung. Sikrekim erscheinen, weil sie wissen, daß sie Freiwillige sind und daß der Mord als eine heldische Tat angesehen wird . . . deswegen ist nur im juristischen Sinne ein Sikreki für seine Tat verantwortlich . . . Die Sikrekijuth wählt sich zum Ziel die bedeutendsten Vertreter des herrschenden Regimes. Wer aus Eigennutz mordet, das ist ein Mörder, aber der Sikreki, der den Repräsentanten des Systems mordet, ist nicht ein gewöhnlicher Mörder. Es ist im moralischen Sinne erlaubt, zum Wohle des Ganzen zu morden. Nicht die Tatsache des Mordes entscheidet die Schuldfrage, sondern der Zweck, dem der Mord dient." Uri Zwi Grünberg schreibt einmal an Yewin: * „Warum auf die Verbrechen von Leuten reagieren, die sich außerhalb des Lagers befinden, wenn es Gelegenheit gibt, im Innern zu reagieren." Und unbestrittenermaßen hat Achi Meir einige Tage nach der Ermordung Arlosoroffs die Worte niedergeschrieben: „In Blut und Feuer wird Juda auferstehen. Der Freund der Engländer, der das Brot der Herrscher aß, fiel durch die Hand von Almonim (Almonim heißt eigentlich Unbekannte, wurde aber auch von den Biryonim als Selbstbezeichnung verwendet). Es bedurfte gar nicht des Nachweises, daß Lichtheim Recht hat, wenn er behauptet, daß die Achi-Meir-Gruppe im palästinensischen Revisionismus führend gewesen sei, daß sie von Jabotinsky nicht bloß geduldet, sondern auch gefördert wurde, und daß sie im allgemeinen von den nicht ganz so robusten Teilen der Bewegung, die umsomehr in widerwärtiger Kraftanbetung zu diesem Kraftmeiertum bewundernd aufblickten, glorifiziert wurde. Entscheidend ist, daß im Kern und im Prinzipiellen, nämlich, um es noch einmal zu wiederholen, in der Zweckheiligung unmoralischer Mittel, die Lehre der Biryonim den Geist des Gesamtrevisionismus widerspiegelt. 152

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