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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 24

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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die Uri Zwi Grünberg in einem im Biryonimprozeß produzierten Brief an Miriam Jewin gemacht hat: „Du glaubst, daß ein einmaliges Todesurteil für diese Knechtseelen genug ist? Sie verdienen in Stücke gerissen und den Mäusen zum Fräße hingeworfen zu werden/' Was hat man alles über Arlosoroff geschrieben und gesagt! In revisionistischen Versammlungen in Galizen hat ein revisionistischer Agitator mehr als einmal von dem Todesurteil gesprochen, das man an Arlosoroff und seinen Genossen vollziehen müsse. Im „Chasit Haam" vom 2, April 1933 wird unter der Ueberschrift „Wer. hat die 123 Touristen vertrieben?" gesagt: „Hyamson? Das ist ein Irrtum des naiven Lesers. Nicht Hyamson und nicht die Mandatsregierung. Ausgewiesen hat die Touristen Arlosoroff von der Sochnuth," Im „Chasit Haam" vom 18. November 1932 konnte man lesen: „Herr Arlosoroff, der Zionist, beschloß zusammen mit den Nichtzionisten, die Tore des Landes vor Immigranten des Mittelstandes, des nationalen Chaluz, des Betar und gewöhnlichen Zionisten zu schließen und die britische Beamtenschaft hörte auf den Rat des Achitofel und die Tore wurden geschlossen." Der Aufsatz im „Chasit Haam", der 30 Stunden vor der Ermordung Arlosoroffs erschien, enthielt u. a. folgende Sätze: „Wir lesen in der Schmutzzeitung von Lufban ein Gespräch mit Mr. Arlosoroff, der uns noch gut bekannt ist von dem Tage, wo er, um ein anständiges Gehalt einzuziehen, Obermelker in der Versuchsstation von Wilkansky war. Die jüdische Oeffentlichkeit in Palästina und im Ausland wird denjenigen nicht verzeihen, die um Geldes willen die Ehre ihres Volkes angesichts der zivilisierten Welt verraten haben . . . Das jüdische Volk wußte noch immer denjenigen, der seine Ehre verkauft hat, gebührend einzuschätzen, und es wird auch heute wissen, wie es auf diese Schandtat zu reagieren hat, die angesichts der Sonne und der ganzen Welt geschehen ist." Ich beneide diejenigen nicht um ihre Sorglosigkeit, die nach der Ermordung Arlosoroffs sofort wußten, daß ein solcher Mord nur von Arabern ausgeführt sein konnte. Mit Empörung und Verachtung aber geradezu erfüllt es mich, wenn Akademiker, d. h. doch wohl Menschen, die zu kritischem Denken erzogen sind, sich ebensowenig wie der beschränkteste Kleinbürger aus Warschau vorstellen können, daß in diesem Sumpf vielleicht ebenfalls die Giftpflanze des politischen Mordes gedeihen konnte. Aber mag Arlosoroff einem revisionistischen Attentat zum Opfer gefallen sein oder nicht —sicher ist, daß die revisionistische Hetze in der Jugend eine Atmosphäre geschaffen hat, in der Gewalttaten dieser Art entstehen konnten. Warum soll schließlich nicht ein junger Mensch aufstehen und den Revolver erheben gegen die Verräter, die um privater Vorteile willen die nationalen „Belange" verraten. Jedenfalls ist heute festzustellen, daß in den Kreisen der revisionistischen Jugend und über sie hinaus in weiten Kreisen der Bewegung das Vertrauen zu den menschlichen Qualitäten der Führer erschüttert ist und daß so der Boden vorbereitet wurde für den Messiasglauben an den Erlöser Jabotinsky. In einem Artikel des „Chasit Haam" vom 9. August 1933, wo empfohlen wird, die oppositionellen Maßnahmen durch revolutionäre zu ersetzen, um die Revisionisten aus dem liberalen Sumpf heraus* zuholen, wird neben dem Kampf gegen die Fonds als den „Quell der Qeilen der Korruption in der Nation" und neben der finanziellen „Blockade" als wirksames Mittel gegen „das alte Regime im Zionismus" empfohlen: Steige« 148

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