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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 23

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Was muß geschehen, um die Zionistische Organisation zu zerstören? Man muß sie ins Herz treffen, und dieses Herz ist alles das, was es an überparteilichem geistigem und gefühlsmäßigen Gemeinschaftsbesitz gibt. Denn es sind ja solche gemeinschaftlichen, von der gesamten Organisation gedachten Gedanken und gefühlten Empfindungen, die eine Organisation wie die zionistische zusammenhalten. Was ist also in diesem Sinne „zentral" in der Organisation und was muß zerstört werden, wenn man sie auflösen will? Es sind: a) zentrale Führerpersönlichkeiten, oder besser gesagt, das Führertum gewisser zentraler, von allen Gruppen anerkannter und verehrter Persönlichkeiten; b) die zentralen überparteilichen Institute, die Fonds; c) der Zionistische Kongreß, die Kongreßautorität und die Kongreßdisziplin; d) der Respekt vor der Leistung der Arbeiterschaft, der vor noch nicht allzu langer Zeit, nämlich vor der revisionistischen Hetze, von allen Teilen der Bewegung, selbst von politischen Gegnern, geteilt wurde, so daß er geradezu ein Antrieb allgemeiner zionistischer Propaganda geworden war. Will man also die Organisation zerstören, so muß man alle die Legenden zerstören, die Gemeinbesitz der Bewegung waren: die Legende von den Führern, von den Fonds, von der Arbeiterschaft, vom Kongreß und seiner Heiligkeit. Ich will im folgenden versuchen, zu zeigen, wie dies systematisch und planmäßig geschehen ist. Zunächst einiges über die Hetze gegen die Führer. Jahre hindurch hat man allgemein verehrte Führerpersönlichkeiten, deren Politik man hätte be* kämpfen, deren Person man aber nie hätte antasten dürfen, in den Staub gezogen und mit Schmutz beworfen und die Jugend gelehrt, in einem bestimmten Geiste der Verachtung an diese Führer zu denken und von ihnen zu sprechen. In einem revisionistischen Aufruf, der einmal im „Hajnt" abgedruckt war, hieß es über Weizmann: „Jetzt ist der Schleier von dem nichtswürdigen Gesicht vom Chaim dem Pinsker weggezogen. Jetzt ist die Stunde gekommen, um an dem Verräter Rache zu nehmen. Unseren äußeren Feind kennen wir, aber hier haben wir es mit einem inneren Feind zu tun, der uns seiner privaten Interessen wegen preisgegeben hat." In diesem Stil hat man vor der Jugend über Weizmann jahrelang gesprochen. Man hat sie gelehrt, in ihm den Verräter, den „Boged" zu sehen. Im gleichen Stile hat man auch über andere Persönlichkeiten, wie Sokolow, geredet Auf der letzten Sitzung des AC. wurde Material vorgelegt, nach welchem man in Polen Flugblätter verbreitet hat, in denen behauptet wird, daß Ussischkin sein Haus in Rechavia aus Geldern des Keren Kajemeth errichtet habe, und daß man deswegen für diesen Fonds nichts geben dürfe. Man hat Photographien von Grünbaum verbreitet, mit der Unterschrift „Der englische Spitzel". Erst vor kurzem hat eine hiesige revisionistische Zeitung über Blumenfelds letzte Europareise unter der Ueberschrift berichtet: „Antizionistische Agitation eines zionistischen Delegierten." Man hat systematisch Weizmann und uns, seine Anhänger, der Jugend als verächtliche Knechtseelen geschildert, und ich kenne mehr als einen Beweis dafür, daß ganz spontan von jungen Leuten Aeußerungen gefallen sind, ganz ähnlich der Bemerkung« 147

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