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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 22

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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dem Material bekanntzumachen, denn nur wenn man die Einzelheiten vor Augen hat, kann man sich ein wirkliches Urteil bilden, p Wir behaupten, daß die Politik Jabotinskys seit Jahren darauf hinzielt, / die Zionistische Organisation, diese politische Heimstätte einer „anderen Rasse", ' zu zertrümmern, um auf den Trümmern eine neue Organisation aufzurichten, Ziel ist der große Tag, an dem der neue „erste Kongreß" zusammentritt, auf dem sich Jabotinsky aus eigenem Recht als gesandter und nicht gewählter „Führer" zum Nachfolger Herzls salben läßt und den seit dem Tode Herzls verwaisten Thron besteigt. Ich setze voraus, daß Dir Lichtheims ehemals in der Presse veröffentlichter Absagebrief an die Wiener Konferenz der Revisionisten und sein Artikel in der „Neuen Welt" bekannt ist, in dem er die Revisionistische Union als die Partei des „Hasses" und der „Wildheit" charakterisierte und erklärte, daß die Achi-Meir-Gruppe von Jabotinsky nicht bloß geduldet, sondern auch gefördert worden; ist, und der „Hajnt" vom 7, November 1933 berichtet folgende Aeußerungen von Großmann: Man muß die wahre Absicht verstehen, die diesem Umgehungsmanöver (nämlich der Erschleichung von Immigrations-Zertifikaten) zugrunde liegt, Sie besteht einfach darin, daß man das alte Ziel verfolgt, die Zionistische Organisation zu brechen und sie in Stücke zu reißen," Nach dem „Hajnt" vom 6. Juli 1933 hat Großmann geschrieben oder gesagt: „Ich bin des ständigen Experimentes satt, das darin besteht, daß man immer etwas „zerbrechen" will. Heute die Zionistische Organisation, morgen die Histadruth Haowdim, nachher zionistische Zeitungen.' Jabotinsky selbst hat in der „Haumah" vom 2. Oktober 1931 geschrieben: „Ich bin mit keinen Sentiments mit der Zionistischen Organisation verbunden. Ich habe schon längst aufgehört, an sie zu glauben. Ich glaube, daß sie organisch zum Verrat neigt, .und ihre Eroberung, selbst wenn sie gelingt, bedeutete für mich die Eroberung der Wüste Sahara, oder noch etwas geringeres," Es ist richtig, daß Jabotinsky, gezwungen durch seine Anhänger, sich seitdem wieder der Jftoni^ angegcj^losaen hat. Aber er hat nur die Taktik geändert, das Ziel nicht aufgegeben. Wollte er früher die Organisation von außen zerstören, so soll die Unterminierungsarbeit jetzt von innen geschehen. Das ist besonders unanständig seitens eines Politikers, der, als er noch für den Austritt aus der Zionistischen Organisation kämpfte, in einem Artikel „Die Ethik der Unabhängigkeit" im deutschen Sonderheft des „Rasswjet" vom 30. August 1931 geschrieben hat: „In die Frage des Ueberganges der Union der Zionisten-Revisionisten zur unabhängigen Existenz spielt außer praktischen, politischen und Gefühlsmomenten noch ein Moment mit hinein, das ethische. Die ethische Seite des Problems vergißt man bei uns sehr oft, aber nichtsdestoweniger ist sie vielleicht der allerwichtigste Teil des ganzen Problems. Vom sittlich-politischen Standpunkt rückt man zweifellos in eine unangenehme und verfälschte Situation, wenn man selbständige politische Arbeit leisten will und zu gleicher Zeit andererseits, formell ein Teil einer anderen, auch politischen Organisation bleibt,---das ist „sonderbar", so handelt man nicht." Jabotinsky, der es also für moralischer hält, den Sprengstoff an die Außenmauer des zionistischen Organisationsgebäudes zu legen, hat sich mittlerweile eines Besseren besonnen und legt jetzt das Dynamit im Innern. 146

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