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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 21

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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bundesbrüderlichen Verhaltens, indem sie nunmehr die Rechtsgültigkeit der Oktoberresolution anzweifelte, die sie selbst immer wieder zugegeben hatte, indem sie die Aufhebung durch einen neuen Kartelltag verlangte. Diese Gruppe, die immer wieder erklärt hatte, durch eine Abstimmung über ihren Antrag müsse volle Klarheit geschaffen werden, versuchte plötzlich, nachdem diese Klarheit geschaffen war, durch einen schlechten parlamentarischen Trick ihre Sache zu retten. Schlecht war der Trick auch deshalb, weil niemand eine Bestimmung des Statuts hätte nennen können, die durch die Revisionistenbeschlüsse abgeändert wird. Die von der Gruppe II versuchte Spaltung des Kartells ist mißlungen. Von rund 650 Bundesbrüdern sind bis zum heutigen Tage (2. September) etwa 75 ausgetreten, also die überwältigende Mehrheit ist im Kartell geblieben und die Abspaltung ist weit geringer als zur Zeit des BZK.-Kampfes. Es ist nicht, richtig, daß die meisten der alten palästinensischen Bundesbrüder zu den Aus* getretenen gehören: von etwa 100 K.J.V.ern, die sich vor dem 1, Januar 1933 in Palästina befanden, sind etwa 15 ausgetreten, d. h. das Verhältnis ist etwa dasselbe wie das Verhältnis der Ausgetretenen zu den im Kartell gebliebenen überhaupt. ... Ein Brief von Felix Rosenblüth an Walter Steinitz (abgedruckt in den Veröffentlichungen des Palästina-Präsidiums unter der Ueberschrift: Die Revisionistischen Methoden.) Lieber Walther Steinitz! Du gehörst, glaube ich, zu den Unpolitischen, und es wird im weiteren Verlauf dieses Schreibens klar werden, warum ich deren Anspruch, den wahren Geist des K. J. V. zu repräsentieren, mit besonderer Deutlichkeit ablehne. Aber es läßt sich nicht leugnen, daß unter diesen Umffolitischen oft auch die Objektivsten und Gerechtesten sind. Und es liegt mir daran, unmittelbar nach dem Kartelltag, in einem Augenblick, in dem noch die Erregung über eine verantwortungsvolle Entscheidung in allen nachzittert, noch einmal den Versuch zu machen, einen objektiven und gerechten Beurteiler zu überzeugen. Und wenn ich diesen Brief gerade an Dich richte, so geschieht es, weil ich immer eine besondere Achtung vor Dir hatte, obschon wir uns niemals nahestanden. Worum ging es auf dem Kartelltag? Es ging nicht darum, 5 oder 6 Bundesbrüder auszuschließen. Es lag uns nicht an der Person, sondern an der Sache. Diese Sache, nämlich die systematische und planmäßige Verwendung unmoralischer Erziehungs- und Kampfmethoden zum Zwecke der Zerstörung der Zionistischen Organisation wollten wir treffen, weil wir — darüber wird später noch zu reden sein — von der Ueberzeugung ausgehen, daß das K. J. V. zwar keiner zionistischen Partei, wohl aber der Gesamtorganisation zu dienen hat. Ich habe den Eindruck, daß es so manchen gibt, der sich nicht klar darüber ist, ob wir mit der Behauptung Recht haben, die die Grundlage unserer Argumentation ist nämlich, daß die Revisionistische Union die zionistische Organisation zerstören will und sich zu diesem Zwecke unmoralischer Kampfmethoden bedient. Lichtheim hat zwar im wesentlichen gegen diese Prämisse keine Einwendungen erhoben und sogar darauf hingewiesen, daß er sich aus den gleichen Gründen, aus denen wir den Austritt unserer Bundesbrüder aus der Revisionistischen Union gefordert hatten, von dieser Partei getrennt habe. Dennoch halte ich es nicht für überflüssig, Dich mit 145

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