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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 20

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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einzelnen K.J.V.er in das Leben des Jischuw durch Aufrechterhaltung der starken Bindung des K, J, V. höchstens erschweren. Die überwältigende Mehrheit der Bundesbrüder aller Richtungen und Schattierungen lehnte diese Haltung instinktiv ab. Ich sage instinktiv, weil es nicht leicht schien, wirklich das konkrete Aufgabengebiet zu zeigen, um dessentwillen sich die Aufrechterhaltung des K. J. V. gelohnt hätte. Klar war, daß die Sorge für die neu ins Land kommenden Bundesbrüder zunächst wie die Sorge für alle deutschen Olim, Sache der Hitachduth Olej Germania war, und daß das K. J. V, diese Arbeit bestenfalls in der einen oder anderen Richtung ergänzen konnte. Für jene Art von bundesbrüderlicher Hilfe aber, die uns allen stets selbstverständlich war, bedurfte es keiner Organisation. Jener Versuch aber, an die sachlichen Fragen des Aufbaues heranzugehen, unseren Bundesbrüdern die ihnen vielfach fehlende Information zu geben, zu einer ernsten Diskussion der Fragen zu gelangen und auf diese Weise die Bundesbrüder tauglich zu machen, aktiv innerhalb des Jischuw mitzuarbeiten, stieß auf unüberwindliche Schwierigkeiten, .... Die Mehrheit des Kartells hielt mit dem Oktober-Kartelltag die Revisionistendiskussiön für geschlossen. Aber es war nicht so. Eine Minderheit entfesselte einen neuen Kartelltag, in dessen Mittelpunkt der Antrag auf Aufhebung der Revisionistenbeschlüsse stand. Die Tatsache, daß eine beachtliche Minderheit des Kartells die Aufhebung dieser Beschlüsse verlangte, stellte die Mehrheit vor die Notwendigkeit einer nochmaligen Nachprüfung der Beschlüsse. Dabei war klar, daß es sich nicht darum handeln konnte, nach der berühmten „Formel" zu suchen, mit der alle Parteien befriedigt gewesen wären. Es gibt eben keine Formel, die den Revisionisten gleichzeitig das Verbleiben und das Ausscheiden aus der K. J. V, ermöglicht hätte. Und es wäre eine Verlogenheit gewesen, wenn wir darauf eingegangen wären, die Sache durch Einzelehren - räte gegen jeden dieser Bundesbrüder durchzukämpfen. Es ging auch nicht, die Begründung auf das organisatorische Gebiet zu verschieben und diejenigen Bundesbrüder auszuschließen, die ihre Verpflichtungen gegenüber den Fonds nicht erfüllten. Es ist nicht das Entscheidende. Würden heute Revisionisten im K* J. V, ihre K.-H.-Pflicht erfüllen, so würde dies nichts an der grundsätzlichen Auffassung ändern, daß man nicht dem K. J. V. angehören kann und gleichzeitig einer Organisation, die die sittlichen Grundlagen des Zionismus zu zerstören sucht und heute der gefährlichste Teil der zionistischen Organisation geworden ist. . , , Wer die Wirklichkeit ohne Scheuklappen zu sehen vermag, erkannte, als der Kartelltag nur wenige Minuten gedauert hatte, wie es steht: zwei feindliche Lager, Liste I und Liste II. Charakteristisch das Abstimmungsergebnis: Niemand hatte nach einer vielstündigen Diskussion seine Meinung geändert und das Wahlergebnis und das Abstimmungsergebnis waren identisch. Es gab keine Möglichkeit der Beeinflussung, des vernünftigen Argumentierens, des bundesbrüderlichen Vertrauensverhältnisses. Die Liste II setzte sich fast ausnahmslos aus Bundesbrüdern zusammen, die zionistisch-politisch entweder Revisionisten oder Kryptorevisionisten waren, oder ausgesprochen rechts standen. Zu ihnen kamen einige wenige Bundesbrüder, die politisch unorientiert, nicht wußten, daß sie in Wirklichkeit einer politischen Partei dienten und deren Geschäfte besorgten. Und diese Gruppe, die diesen Kartelltag verlangt hatte, die den Wahlkampf für die Aufhebung der Oktoberresolution ge-r führt hatte und die im Verlaufe der ganzen Kartelltagsdebatte stets nur zur Sache selbst, niemals aber vom Standpunkte des Statutes aus argumentiert hatte, gab nachher, als ihr Antrag abgelehnt worden war und damit für den gesunden Menschenverstand die Angelegenheit erledigt war, eine Probe 144

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