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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 19

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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sondern wir haben uns den Bedingungen dieses Landes entsprechend neu formiert und neu formieren müssen, wenn wir eine lebendige Gemeinschaft sein wollten. Wir möchten Euch noch darauf aufmerksam machen, daß nun nicht etwa die ausgetretenen Bundesbrüder, die unter dem Deckmantel der Ueberparteilichkeit und der Bundesbrüderlichkeit ausgetreten sind, ihrerseits ein Gebilde der unanhängigsten Zionsliebe geschaffen haben. Bekanntlich besteht hier schon seit Anfang des Jahres eine Zionistisch-Akademische Gesellschaft, deren Mitglieder zwar damals noch K.J.V.er waren, die sich doch aber schon auf Grund einer ganz besonderen politischen Haltung (einer Haltung, die viel einseitiger ist als die des jetzigen Kartells, das einen sehr breiten Raum gelassen hat) abgesondert hat. Ihre Führer sind auch die Führer der Kartellopposition gewesen und sie haben alles versucht, um möglichst alle Ausgetretenen jetzt in ihre Gesellschaft zu bekommen, was ihnen allerdings nicht ganz gelungen ist. Diese Gesellschaft ist tatsächlich genau so neutral und überparteilich wie Lichtheim, der Wortführer der Opposition. Ihr wundert Euch, daß unter den Ausgetretenen Leute sind, die nicht zu dieser Richtung gehören. Wir wundern uns darüber genau so. Hier handelt es sich nämlich um durchaus unpolitische Menschen, die sich aus einem guten menschlichen Gefühl heraus von den verlogenen Phrasen der Ueberparteilichkeit, die von der sehr parteiisch eingestellten Gegenseite ausgegeben wurden, haben einfangen lassen. Diese Bundesbrüder, die zu einem großen Teil wohl auch nicht in die ZAG. gegangen sind (wir haben darüber kein zuverlässies Material), hoffen wir, im Laufe der Zeit zurückzugewinnen. Aber diese Rückgewinnung kann nur durch unsere Arbeit und durch unsere positive Leistung geschehen. Es ist vollkommen sinnlos, uns jetzt durch Zuschriften zu bedrängen, in denen wir aufgefordert werden, Einigungsverhandlungen aufzunehmen. Ihr könnt uns glauben, daß wir das auch ohne Eure Zuschriften tun würden, wenn es im Augenblick irgendeinen Sinn hätte. Der Unterzeichnete (Krojanker), der von Seiten des KZV. aus der entschiedenste Vorkämpfer der Fusion gewesen ist, und der alle Sonderbündeleien im Grunde gleichgerichteter Zionisten für verderblich und wahnsinnig hält, dessen ganze Arbeit hier außerdem auf zionistische Einheit gerichtet ist, wird der Erste sein, der alles nur irgend mögliche tut, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Er kann sich aber diesen Zeitpunkt nicht durch eine noch so wohlgemeinte, aber völlig uninformierte Erregung aus Berlin vorschreiben lassen. Im übrigen ist auch in der Wirklichkeit dieses Landes eine lebendige zionistische Einheit nicht dadurch zu schaffen, daß man die Fassade nach außen vertüncht, während die Risse im Fundament weitergehen. Eine kraftvolle Einheit muß eine überwiegende Mehrheit umfassen, die imstande ist, das Ziel zu bestimmen. Aber es ist keine Einheit, wenn man eine höchst gegensätzliche Vielheit künstlich unter einem tatsächlich inhaltlos gewordenen Losungswort gewaltsam zusammenzuhalten versucht. Aus einem Artikel von Fritz Löwenstein ... .Es gab Stimmen unter den Bundesbrüdern, die dem K. J. V. in Palästina jede Existenzberechtigung absprachen und die entweder so weit gingen, die Auflösung des organisatorischen Rahmens des Kartells zu verlangen, oder die höchstens einen rein gesellschaftlichen Zusammenhang der Bundesbrüder aufrecht erhalten wissen wollt en.^BasJfLujL-V.- als~-Ti^itionakomp_agnie, wie das Schlagwort dafür lautet. Es gibt sogar eine zionistische Argumentation für diesen Standpunkt: Man könnte, so argumentiert man, die Eingliederung der 143

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