Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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zu den Vorgängen hier im Lande und d. h. zu der politischen Gestaltung unserer Zukunft überhaupt einnehmen. Natürlich muß der Rahmen sehr weit gezogen sein. Er umfaßt in sich eine konstruktive, fest zur Organisation stehende Matte, die von der Histadruth so weit nach rechts geht, wie auch die rechtsstehenden Gruppen sich mit der völligen Ablehnung des Revisionismus einverstanden erklären. Es war den rechtsstehenden Bundesbrüdern damit gesagt, daß auch für sie durchaus noch in unseren Reihen Platz ist, wenn sie nicht durch ihr Fraternisieren mit den Revisionisten den Wall unseres politischen Gefüges selbst aufreißen. . . . Wir möchten Euch noch besonders darauf hinweisen, daß die Ausgetretenen ausdrücklich erklärt haben, sie scheiden aus dem Landesverband Erez Israel des K. J. V. aus. Wir wissen nun nicht, was sie sich hierbei gedacht haben. Aber es ist durchaus möglich, daß ihnen dabei die Gründung einer eigenen K.J.V.er Gruppe, die sich etwa dem Präsidium in Berlin unterstellt, vorgeschwebt hat. Das wäre selbstverständlich ein organisatorischer Nonsens und wir erwarten von Euch, daß Ihr — gleichgültig wie Ihr sonst zu unseren Beschlüssen stehen mögt — alles tut, um zu verhindern, daß hier in Palästina eine K.J.V.-Gruppe unter Berufung auf Euch entstehen kann. Es gibt nur einen Landesverband Erez Israel im K. J. V., dessen Leitung durch den jetzt stattgefundenen Kartelltag ordnungsmäßig bestimmt wurde, und es kann selbstverständlich hier keine K.J.V.-Gruppe geben, die sich nicht gleichfalls uns unterstellt. Wir fügen noch hinzu, daß wir selbstverständlich auch der Ansicht sind, daß nun nicht etwa die Einzelnen erklären können, sie bleiben Bundesbrüder, indem sie dem Kartell, das einen gleichen Beschluß nicht gefaßt habe, weiter angehörten. Gegen diese Möglichkeit spricht die Tatsache, daß ein K.J.V.er immer auch der örtlichen Organisation angehören muß. Außerdem spricht die Tatsache, daß die ausgetretenen Bundesbrüder den Antrag auf Aufhebung des Revisionistenbeschlusses dem hiesigen Kartelltag vorgelegt haben, dafür, daß sie den Kartelltag, der den Beschluß ursprünglich gefaßt hatte, als rechtmäßig anerkannt haben und ebenso den Kartelltag, den sie mit der Aufhebung dieses Beschlusses befaßt haben. Aus einem Briefe des Palästina*Präsidiums vom 30. August 1934 .. . Eines ist ganz sicher, es handelt sich durchaus nicht etwa um einen Zerfall oder einen Auflösungprozeß, sondern im Gegenteil, um eine außerordentliche Belebung und Kräftigung des Kartells, das jetzt überhaupt erst anfangen kann und anfängt, positiv zu arbeiten. Wir glauben sehr zuversichtlich, daß unsere Bemühungen, hier wieder ein starkes geschlossenes und arbeitsfähiges Kartell hinzustellen, gelingen werden. Wenn sie aber nicht gelingen sollten, so hätte das nicht das Geringste mit den Vorgängen des Kartelltages zu tun, sondern einfach damit, daß für einen Bund deutscher Akademiker hier im Jischuw kein Platz ist. Was das Kartell bisher war, war nämlich nichts anderes als ein geselliger Verein deutscher Akademiker zur Pflege schöner Erinnerungen. Und das, aber nichts anderes, hätten wir bleiben können, wenn der Kartelltag nicht gewesen wäre. Wir hajijwr-hier^wreder-Assimilanten zu bekämpfen oder zu erziehen, nqcjr hajjeju^ Stellung zu nehmen. Wir" stehen also vor einer für das Kartell vollständig neuartigen Situation, in der wir uns ein Ziel setzen und zurechtfinden müssen. Wie man dies Ziel aber auch setzt, wird es Opposition geben. Wir haben nicht irgendetwas heraufbeschworen, 142