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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 10

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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werden, daß sehr viele der Nicht- oder Noch-Nichtausgetretenen erklärtermaßen an einem so geführten K. J. V. in Palästina sich desinteressiert haben. Daß das Ende des K. J. V. in Palästina, seine Verengung zu einem Parteigebilde, letzten Endes auch das Ende des K. J, V. in Deutschland bedeute, entspricht weniger der Ueberzeugung, daß wir hier nicht als Hüter der alten KJV.-Tradition, unabhängig von allen Tel-Aviver Beschlüssen, fortexistieren können, als vielmehr der Ansicht, daß wir vielleicht kein Recht haben, eine solche Existenz fortzusetzen, nachdem die andere Hälfte, die doch die bessere sein sollte, so völlig versagt, d. h. sich von Tagesmeinungen so abhängig gezeigt und unter Preisgabe ihrer besonderen Prägung und alter, bewährter Freunde in den engen politischen Tagesstreit sich hat hineinziehen lassen. Und weil wir solchenfalls m. E, kaum ein Recht mehr haben, unsere Existenz hier aufrechtzuerhalten, hätte es auch keinen Sinn, dem Wunsch so vieler nachzukommen und ihre Zugehörigkeit zum Kartell hier, ohne Zugehörigkeit zum Kartell, drüben bestehen zu lassen. Unser aller Weg führt nach drüben und, wer diesen Weg bereits hat gehen dürfen, muß drüben sich i n allem einrichten. Mitgliedschaft der Ausgetretenen hier wäre auch nur dann eine Lösung, wenn wir nur Anhänger jener 40 Prozent, nicht aber der siegreichen 60 Prozent hätten. Oder wenn hier die Entwicklung umgekehrt wie drüben zu einem Ausscheiden der anderen Gruppe führen würden. Eine solche Entwicklung würde ich genau so bedauern, wie die entgegengesetzte in Palästina, weil uns die Bundesbrüder jeder Richtung tatsächlich und nicht nur dem Worte nach gleich wichtig und wertvoll sind. Vielleicht haben die, die jetzt ausgetreten sind, damit einen Fehler gemacht; nicht etwa, weil bei einem Verhältnis von 40 zu 60 leicht auch andere Mehrheitsverhältnisse eintreten könnten, sondern weil sie durch ihren Austritt den intransigenten Befürwortern des neuen Kurses die Umwandlung des Kartells in eine parteipolitische Hilfstruppe erst möglich machen. Vielleicht wäre noch jetzt die Schaffung von Sonderverbänden, die natürlich einem, freilich auf breiterer Basis beruhenden Präsidium des Landesverbandes Erez Israel unterstehen müßten, möglich, ähnlich wie ja auch die Altherrenbünde hier sich in gewissen zionistischen Auffassungen unterscheiden, und in Wiederanknüpfung an die früher einmal umstrittene Ringbildung. Ein solcher Versuch könnte erleichtert werden durch die Auffassung, daß sowohl jener Beschluß des ersten Kartelltages vom 3. und 4. August 1934 ungültig sei, weil ohne die vorgeschriebene Mehrheit gefaßt, wie durch die weitere von uns erstmalig getroffene Feststellung, daß die Austrittserklärungen samt und sonders unwirksam gewesen sind, weil sie betontermaßen nur auf den Austritt aus dem Landesverband, nicht aber aus dem Kartell schlechthin abzielten. Da eine solche Trennung nicht, jedenfalls bisher nicht, möglich ist, und da keiner Erklärung eine über ihren Inhalt hinaus gehende Bedeutung beigelegt werden kann, sind die Austrittserklärungen in sich widerspruchsvoll und daher nichtig. Aber alle diese Erwägung hätten m. E. doch nur dann Sinn, wenn der Wille zur Aufrechterhaltung (des K. J. V. im alten Sinne), ohne Verengung zu einem Gebilde bestimmter innerzionistischer Gruppierung, bei einer Mehrheit bestünde. Bestünde ein solcher Wille, so würde ein Weg gefunden worden sein und sich noch jetzt finden lassen. Das letzte Schreiben des Präsidiums des Landesverbandes vom 18. Oktober 1934 zeigt jedoch klar, daß man sich dort von Anfang an nichts anderes vorstellen konnte, als einen solchen Sieg der einen oder anderen Richtung, dessen Folge Ausscheiden der Besiegten aus dem K. J. V. wäre. Es ist auch durchaus möglich, daß nach dem Sieg in einigen Städten des Landes durch Vorträge und dergleichen unter dem neuen Kurs 134

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