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Der jüdische Wille · 1934-11-01 · Heft 5 (November 1934) · page 7

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 5 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Palästina eine bestimmte Gruppe der Allgemeinen Zionisten zu machen, „ein ganz verhängnisvoller Fehler sein würde". Wir würden uns damit von selber, freiwillig hinunter begeben auf das Niveau der anderen Parteien, und dann wären wir rettungslos verloren. Demgegenüber sah er unsere Chance gerade darin, daß das K. J. V, als Bund, unbeschadet aller politischen Differenzierungen, aber gefestigt durch tausend Bande persönlicher Freundschaft, als „zunächst einzige Körperschaft im Zionismus die Klassen- und Interessenkämpfe in sich überwinde". Mit alledem ist es jetzt vorbei. Das K. J. V. ist das geworden, was es nicht werden sollte, Bestandteil einer Parteigruppierung. Auch die Wortführer der Politisierung des Kartells in der ersten Nachkriegszeit hatten niemals an eine derartige Verengung und Unduldsamkeit gedacht. Kein anderer als Bileski (J. St. 1921, Heft 3) erklärte, daß eine starre schematische Verbindlichkeit und Uniformität der Anschauungen vom K. J. V. nicht gefordert werden könne. Die Auffassung, daß der Zionismus den volksmäßigen Zusammenhang der jüdischen Gemeinschaft erkenne und sie zu politisch autonomem, für alle Teile ihres Lebens gültigem Handeln fähig machen wolle, sei die alleinige Grundlage, deren Verbindlichkeit gefordert werden könne. „Wir haben keine Beschlüsse zu bestimmten Einzelfragen zu fassen. Uns bindet kein parteimäßiger bestimmter Zusammenhang.....Würden wir auch die Bildung und Vertretung dieser Anschauung selbst übernehmen und deswegen die Verpflichtung empfinden, in allen Fällen eine Anschauung als die des K. J. V. festzustellen, so würden wir Bestandteil des politischen Organismus im eigentlichen Sinne, Partei." Wen die Luft in Palästina noch nicht weise gemacht hat, sondern, wer noch von hier aus, vom grünen Tisch, wie ein führender Bundesbruder aus Palästina uns vorhält, mit ansieht, was in den letzten anderthalb Jahren drüben geschehen ist, der kann nur konstatieren, daß wir dort ein Bestandteil des politischen Organismus im eigentlichen Sinne geworden sind. Was ist geschehen? Die Tagungen vom 15. September und 14. Oktober 1933 gingen von der falschen Voraussetzung aus, daß hier ein ordentlicher Kartelltag nicht mehr zusammentreten würde; diese Tagungen beruhten nicht auf Wahlen und hätten deshalb Beschlüsse überhaupt nicht fassen dürfen. Wenn die Veranstalter dieser Tagungen gleichwohl auf Beschlußfassung, und zwar politischer Art drängten und zum ersten Male in das K, J. V, Kriterien einführten, die nicht die menschliche Bewährung und die zionistische Aktivität als solche, sondern die Richtung der zionistischen Auffassung zum Gegenstand hatten, so war es nur natürlich, daß alle, die die Verengung des K. J. V. zu einer Parteihilfsgruppe nicht gutheißen konnten (darunter sehr viele, die parteipolitisch gesehen, sich durchaus dieser Gruppierung zurechneten), sich mit diesen „Beschlüssen" nicht zufrieden gaben.- Noch selbstverständlicher war es, daß sich diejenigen, die betontermaßen hinausgedrängt werden sollten, mit allen Mitteln ihrer Haut wehrten. Ihnen deshalb Unbundesbrüderlichkeit vorzuwerfen, wie Löwenstein es tut, ist geradezu widersinnig. Der erste Kartelltag des K. J. V. in Palästina am 3. und 4. August 1934 sah sich jedenfalls vor die gleiche Frage gestellt: Parteigruppe oder K. J. V. im alten Sinne. Als wir hier am grünen Tisch als Ergebnis der Wahlen hörten, daß von den beiden Listen die eine etwa 60 Prozent, die andere etwa 40 Prozent Stimmen habe, gab es kaum einen, der nicht annahm, nun müßte doch eine Lösung in Palästina gefunden werden, die selbstverständlich den Angehörigen beider Richtungen das Verbleiben im K, J. V. ermögliche und eben dadurch den, Mikrokosmos einer neuen jüdischen Gemeinschaft, die in sich Klassen-, Interessen- und Parteigegensätze überwinde, auch und gerade in Palästina 131

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