Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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^chteinmischun^ Augenblick, in dem etwa von Bundesbrüdern hier eine Stellungnahme zu den Vorgängen in Palästina, sei es nach der einen oder anderen Richtung, gefordert wird; müssen wir hier im deutschen Kartell dieselbe Auseinandersetzung führen, die in Palästina zu dem Austritt von 75 Bundesbrüdern geführt hat. Wir werden dann die gleichen oder noch schwerere Erschütterungen im deutschen Kartell haben. So bedauerlich der Austritt so zahlreicher Bundesbrüder aus dem palästinensischen Kartell ist, so müssen wir uns nach meiner Meinung mit dieser Tatsache abfinden, wenn wir nicht noch schlimmere Konsequenzen herbeiführen wollen. Das Präsidium hat in einer seiner letzten Sitzungen beschlossen, daß ein Austritt aus dem Landesverband Erez Israel ohne gleichzeitigen Austritt aus dem Gesamtkartell nicht möglich ist. Das Präsidium hat gleichzeitig das palästinensische Präsidium gebeten, die ausgetretenen Bundesbrüder auf diese Konsequenz hinzuweisen und anzufragen, ob unter diesen Umständen die Austrittserklärung aufrechterhalten wird, Das palästinensische Präsidium ist dieser Bitte nachgekommen und hat eine entsprechende Aufklärung und Anfrage an die Ausgetretenen gerichtet. Wir wollen hoffen, daß eine möglichst große Anzahl diese Gelegenheit benutzt, um nach ruhiger Ueberlegung im Kartell zu bleiben. Für uns gilt es, das K. J. V. in Deutschland vor Erschütterungen zu bewahren. Nachträglich gibt mir T u c h 1 e r Gelegenheit, seinen Artikel für den „Jüdischen Willen" kennenzulernen. Ich brauche nicht zu betonen, daß ich mit Tuchlers Ausführungen sachlich nicht übereinstimme. Ich will aber meine abweichende Haltung hier nicht im Einzelnen niederlegen, weil ich damit meine Linie verlassen würde, die einzuhalten, ich mir im Interesse des Kartells vorgenommen habe. Im gegenwärtigen Augenblick scheint mir alles darauf anzukommen, alles zu vermeiden, was die Auseinandersetzung, die in Palästina zum Austritt von 75 Bundesbrüdern geführt hat, in das deutsche Kartell hineintragen könnte. Wir haben im Augenblick keinen Anlaß, uns hier mit der Revisionistenfrage von Kartell wegen zu beschäftigen, womit aber nicht gesagt sein soll, daß auch für das palästinensische Kartell nicht solch ein Anlaß bestand. Auf der KJV.er-Tagung selbst wird sich eine Erörterung der von Tuchler angeschnittenen Fragen nicht vermeiden lassen, und dann werde auch ich Gelegenheit haben, meine Meinung zu sagen und von meiner Auffassung aus zu den Vorgängen in Palästina Stellung zu nehmen. Sally Hirsch. Der Sieg in Palästina Meine zweifelnde Frage im Januarheft des Jüdischen Willen, ob die Zeit für nichtparteimäßig gebundene Arbeit im Zionismus und damit die Möglichkeit zur Aufrechterhaltung des K. J. V. (im alten SinneJ vorbei sei, hat durch die Vorgänge in Palästina eine schnelle Antwort erfahren. Man hat uns belehrt, daß für das K. J. V. in Palästina „der Gedanke der politischen Neutralität unter den hier gegebenen Umständen überhaupt seine Bedeutung verloren habe", und man hat sich eindeutig für eine bestimmte Pafteigruppierung entschieden. Mit Recht hatte Groß (J. W. 1934, Heft 1) die Zukunft des K. J. V. durch die Beantwortung der Frage „Partei oder Nichtpartei" entschieden gesehen. Schon damals wies er darauf hin, daß der Gedanke, aus dem K. J. V. in 130