Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2827066-3186699-3186704--0839-3186901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mitglieder darstellt, aufzugeben, auch wenn die Aufgaben in Zukunft nur beschränkte sind, Hunderte von Bundesbrüdern fühlen sich auch heute noch hier in Deutschland dem Kartell verbunden und finden in ihm ihre geistige Heimat und ihren zionistischen Standort. Durch das Kartell und seine Organisationen können auch heute noch Hunderten von Akademikern, die durch die zionistische Schule des K. J. V. gegangen sind, Kentnisse des zionistischen Lebens vermittelt und der Wille zu zionistischer Aktivität geweckt und gefördert werden. Mag sein, daß unsere Tätigkeit auf diesem Gebiete unzureichend ist, mag sein, daß der Natur der Sache nach unsere Tätigkeit auf diesem Gebiete unzureichend bleiben muß: die durch das K. J. V. hier geleistete Arbeit wird' immerhin nicht ganz nutzlos und vergeblich sein. II. Größere und andersartige Aufgaben stehen vor dem K. J. V. in Palästina. Das K. J. V. in Erez Israel hat die Bundesbrüder, welche die Entwicklung der letzten Zeit in größerer Anzahl, als wir jemals, gedacht, ins Land geführt hat, in die Wirklichkeit des Landes einzuführen. Das K. J. V. in Erez Israel kann darüber hinaus den Versuch machen, zu einem wirkenden Faktor bei der Bildung unserer Volksgemeinschaft in Erez Israel zu werden. Das K. J. V. in Erez Israel kann eine ähnliche Rolle spielen, wie sie dem B. J, C. und K. Z, V. in ihrer besten Zeit in der zionistischen Bewegung in Deutschland zugekommen ist. III. Ich habe von vornherein immer den Standpunkt vertreten, daß die Verschiedenartigkeit der Arbeitsvoraussetzun^en und der Aufgaben hier und in Palästina eine weitgehende Autonomie und Unabhängigkeit der beiden Kartelle voneinander verlangt. Als vor und auf dem letzten Kartelltag hier in Berlin von verschiedenen Bundesbrüdern verlangt wurde, daß hier die gleichen Beschlüsse angenommen werden sollten, wie sie die KJV.er-Tagungen im Herbst des vergangenen Jahres in Palästina gefaßt haben, habe ich mich dem widersetzt mit dem Hinweis auf die Unabhängigkeit unseres Kartells und die Andersartigkeit unserer Verhältnisse. Ich habe meinen engsten zionistischen Freunden in Palästina gegenüber den Standpunkt vertreten, daß wir hier die Verhältnisse besser übersehen und zu beurteilen vermögen als sie, und daß wir uns die Entscheidung in den Angelegenheiten des deutschen Kartells allein vorbehalten. Ich halte auch heute die Annahme von Beschlüssen, wie sie der letzte Kartelltag in Palästina für das palästinensische Kartell gefaßt hat, im deutschen Kartell für unangebracht. Hieraus ergibt sich andererseits, daß ich eine Einmischung,_de^.deutsehen. Kartells in die Verhältnisse des palästinensischen Kartells . mit gleicher Entschiedenheii^ablehne. Auch wenn wir noch so sehr am Leben Palästinas teifnehmen, auch wenn wir noch so intensiv über die Vorgänge dort durch öffentliche und private Berichte orientiert werden, können wir doch die Arbeitsvoraussetzungen und Aufgaben des Kartells dort im einzelnen nicht übersehen« Wir können an der Verantwortung für das Kartell dort nicht teilnehmen. Wir müssen zu den Bundesbrüdern, die von der Mehrheit dort mit der Leitung des Kartells betraut sind, Vertrauen haben, ebenso wie wir von diesen palästinensischen Bundesbrüdern Vertrauen zu uns verlangen. IV. Will man den Frieden im deutschen Kartell aufrechterhalten, so ist nach meiner Meinung eine Einhaltung der oben bezeichneten Linie der gegenseitigen m