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Der jüdische Wille · 1934-07-01 · Heft 4 (Juli 1934) · page 17

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 4 (Juli 1934)
Date
1934-07-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Beschaffenheit von eigenem Gewicht kann eine Nation nicht bestehen. Nur eine Bewegung, die von einem eigenen nationalen Inhalt gespeist wird/ wird mit der Proklamation einer eigenen nationalen Zukunft Erfolg haben. Für die Araber Palästinas können die Grundlagen ihrer nationalen Existenz nur in einer größeren arabischen Gemeinschaft liegen, die über die Grenzen Palästinas hinausreicht. Ein auf genügendem Verständnis des nationalen Gedankens aufgebautes Programm der arabischen Nationalbewegung in Palästina müßte zu der Forderung gelangen, daß für die Araber Palästinas der Zusammenhang mit der Entwicklung des Arabertums in den großen Gebieten des Vorderen Orients hergestellt wird. Das, und nicht die politische Herrschaft über den besonderen Staat Palästina, könnte ein inhaltsvolles und dauerndes Ideal einer arabischen Nationalbewegung sein. Tatsächlich ist auch lange Zeit hindurch die Forderung der Vereinigung Palästinas mit Syrien die politische Parole des palästinensisch-arabischen Nationalismus gewesen. Ein instinktmäßiger Ausdruck dieser richtigen Erkenntnis von der Bedeutung des größeren Zusammenhanges ist die Verehrung des Königs Feisal als eines arabischen Volkshelden. Er symbolisierte die Tendenz der staatlichen Vereinigung großer arabischer Gebiete, und daher konnten große Teile des arabischen Volkes vergessen, daß sein Einzug in sein Reich der komplizierten. Auseinandersetzung unter den Siegermächten nach Schluß des Krieges zu verdanken war, und von fremden Eroberern, gegen die sich blutige Aufstände erhoben, erzwungen wurde. Wegen dieser Bedeutung des großen Zusammenhanges kann der Plan der arabischen Föderation als Form des Zusammenschlusses einer bedeutenden und zukunftssicheren arabischen Volkseinheit politiches Ziel des arabischen Nationalismus werden. „Arabische Föderation" ist hier als allgemeiner Ausdruck für die Bildung einer arabischen Organisation gebraucht. Es kann dabei eine Entwicklung vom bündnismäßigen Zusammenschluß verschiedener, noch selbständig bleibender Staaten zur Form einer großen staatlichen Einheit in Betracht gezogen werden. Der arabische Nationalismus wird sich notwendigerweise den engen staatlichen Zusammenschluß, die dichtere politische Form der Einheit zum Ziele setzen. Dieses Ziel wird voraussichtlich nur mit Abstrichen und nur in allmählicher Entwicklung zu erreichen sein. Jedoch wird zweckmäßigerweise in unsere Ueberlegungen dieser Höchstwert der arabischen Föderation eingeschlossen werden. Nach diesen Vorbemerkungen können wir zum eigentlichen Thema kommen. Wie ist das Programm der arabischen Föderation unter dem Gesichtspunkt des jüdisch-arabischen Ausgleichs zu würdigen? In der Arbeiterschaft sind Stimmen laut geworden, die eine Araberpolitik auf diesen Gedanken aufbauen wollen. Es wird dabei, wie es scheint, an eine Art von Kompensationsgeschäft gedacht. Zum Ausgleich für ihre Föderation sollen die Araber den Juden Palästina als ihr Land zur Verfügung stellen. Das wäre also eine Kombination der Idee des Judenstaates mit dem Gedanken der arabischen Föderation. Ob solche Vorstellungen einen jüdisch-arabischen Ausgleich fördern können, ist zweifelhaft. Der Ausgleich ist eine Sache, die zwischen den Juden und den Arabern Palästinas zu verhandeln ist. Wenn die Gegnerschaft der Araber Palästinas beseitigt würde, wird die Zustimmung der anderen arabischen Gebiete leicht zu erreichen sein. Wenn die Araber Palästinas Feinde der Juden bleiben, werden sich die Araber anderer Länder nur schwer als ihre Freunde und Helfer deklarieren oder auch nur als Vermittler auftreten wollen. Es bleibt also die Aufgabe, eine Plattform zu finden, die in irgendeiner nicht allzu fernen Zukunft den Arabern Palästinas annehmbar sein könnte. Auch und gerade hierfür kommt das Föderationsprogramm in Betracht, wenn 110

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