Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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wenn ihnen die Objekte, an denen sie ihre Macht auslassen können, davonlaufen! Wie kann man hoffen, England jemals ein einheitliches jüdisches Volk gegenüberstellen zu können, wenn der Vortrupp dieses Volkes in sich uneins und verfeindet ist! Auf England als Partner ist nur Verlaß, wenn man stark ist, mindestens aber^tiiiJjLJZu^je^ Schwache Partner werden von ihm zur™ Seite geschoben, und niemals war der Zionismus für England ein so schwacher Partner wie heute. Unser monistischer, bedingungsloser Zionismus sagt einer Welt und den Juden, daß die Juden ihre nationale Freiheit wieder erringen und sichern müssen. Das ist der Staatszionismus, der bedingungslos ist, indem er von seinen Menschen verlangt: Eingliederung in eine große nationale Front, Ausschaltung jedes persönlichen oder Gruppenegoismus. Das ist der Staatszionismus, der bedingungslos ist, indem er ablehnt alle Methoden und Handlungen, die den politischen Weg nach außen gefährden und alle Kämpfe, die die Einheitlichkeit und Schlagkraft nach innen zerstören. Das ist der Staatszionismus, der Zionismus par excellence, der die Juden gleich welcher sozialen Schicht und Herkunft zusammenruft und zu einer großen politischen Masse formt. Das ist der Staatszionismus, der allein imstande ist, das jüdische Volk aus seiner Not zu retten und aus Palästina zu machen: Erez Israel. Bemerkungen zur Araberfrage Von Dr. Moritz Bileski, Haifa. I. Nach einer weit verbreiteten Meinung besteht die beste Araberpolitik des Zionismus im Schweigen. Die Freunde dieser Ansicht können mit der Entwicklung der letzten Zeit zufrieden sein. Die arabische Frage, früher ein leidenschaftlich umkämpftes Thema, wird heute in der zionistischen Bewegung kaum noch diskutiert. Eine andere Meinung vermißt schmerzlich auf diesem Gebiet einen offenen Blick und eine gestaltende Hand des Zionismus. Sie sieht, daß die Frage, in ihren Grundlinien stets dieselbe, sich im Wandel der Ereignisse immer wieder in neuen Aspekten präsentiert. Sie verlangt noch immer eine Antwort, es ist noch immer eine Aufgabe, sich um diese Antwort zu bemühen. II. Die Ereignisse des vergangenen Jahres beleuchten mit einiger Deutlichkeit die Stellung der Regierung zum jüdisch-arabischen Problem. Die Einwanderung wird nicht mehr nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes reguliert, das bisher als eine Art Verfassungsgrundsatz dargestellt wurde. Eine starke jüdische Einwanderung, deren Zahl die bisher bekannten Maximalzahlen erreicht, wird zugelassen, aber offentsichtlich hat sich die Regierung eine absolute Höchstgrenze gesetzt, die trotz der schreienden Judennot des Galuth und unter Vernachlässigung der Arbeitsmöglichkeiten und Arbeitsbedürfnisse des Landes nicht überschritten werden soll. Arabische Demonstrationen gegen die Politik der Regierung wurden nach Annahme gewisser einschränkender Bedingungen seitens der Demonstranten gestattet. Arabischen Delegationen, die Befürchtungen über die Veränderung des Zahlenverhältnisses zwischen Juden und Arabern vorbrachten, wurden Komplimente über die Kraft und Größe der arabischen Nation gemacht, und «s wurde ihnen beruhigend erklärt, daß ihre Sorgen unbegründet wären; die Notwendigkeiten des jüdischen Nationalheims als eines unabänderlichen Be- 104