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Der jüdische Wille · 1934-07-01 · Heft 4 (Juli 1934) · page 6

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 4 (Juli 1934)
Date
1934-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ein wesentlicher Halt und Stütze ist. Dies K.J.V, hat Blumenfeld mitgeschaffen, und es hat ihm in seiner großen Mehrheit die Treue gehalten. Eine Treue, die niemals blind in verba magistri schwor, sondern die Blumenfeld in jeder Diskussion, auf jedem Kartelltag in offener und wahrhaftiger Auseinander^ setzung sich immer wieder neu erkämpft hat. Wir waren immer wieder überzeugt von. ihm, und sind ihm immer wieder gefolgt, ohne daß ein Opfer des Intellekts verlangt worden wäre. Lieber A, H, Blumenfeld — an dieser Stelle geht es doch nicht mehr an, in der Form der objektiven Darstellung zu verharren, und die direkte Anrede drängt sich auf —, das junge K.J.V, begrüßt Dich zu Deinem 50. Geburtstage mit Liebe und herzlicher Verehrung, Wir versprechen Dir, ob wir in Beth Alpha oder noch in der ZVfD. sind, daß wir Deine Erziehung nicht verleugnen wollen, die mehr oder weniger, mittelbar oder unmittelbar uns allen zuteil geworden ist, und wollen eingedenk sein des Wahlspruches, den Du einmal in einer Kartelltagsrede geprägt hast und von dem Dein eigenes Leben das schönste Zeugnis ablegt: „K.J.V.er sein, heißt sich bewähren!" Was will der Staatszionismus? Von Ernst Hamburger (Ruder-V.J.St) Wenn auf irgendeinem Gebiet, so ist es auf dem der Politik, daß der Glaube handgreiflich Berge versetzt, daß Mut und Sieg nicht im Kausalzusammenhang, sondern identisch sind. Bismarck. I. Der Sinn des Zionismus ist die Schaffung des Judenstaates zu beiden Seiten des Jordans. Dies und nichts anderes war Inhalt der zionistischen Idee von ihrer Verkündung bis zum heutigen Tage. Die Schaffung eines Staates mit jüdischer Mehrheit ist keine nur formale und nebensächliche Angelegenheit. Lichtheim hat ihre Notwendigkeit so ausgedrückt: „Die Freiheit einer Menschengruppe besteht in ihrer Selbstbestimmung." Noch immer ist stärkster Ausdruck nationaler Selbstbestimmung der eigene Staat, So und nicht anders haben die jüdischen Massen den Zionismus verstanden, und so hat ihn auch die Welt aufgefaßt. Nur dieses Ziel, die Errichtung des Judenstaates als Ausdruck des Willens, selbst Staatsvolk zu werden, sich selbst und durch sich selbst zu leben, sich selbst Gesetze geben zu dürfen, nicht immer nur von anderen abhängig zu sein, ist es gewesen, was die Juden in allen Ländern der Welt aufhorchen ließ. Dieser Zionismus verlangt von seinen Anhängern, daß jede ihrer politischen Handlungen diktiert sei von dem Willen zur Schaffung des Judenstaates zu beiden Seiten des Jordans, der die äußere (und einzige) Form ist, in der die politische und wirtschaftliche Judennot wirklich gelost werden kann. Deshalb verlangt dieser judenstaatliche Zionismus vom seinen Anhängern, daß alle ihre Handlungen diktiert seien von dem Willen, dieses Ziel zu erreichen. Die Methode unserer politischen Arbeit und nicht nur das Ziel muß judenstaatlich sein. Nur wenn man den Juden ein einheitliches, unteilbares Ziel zeigt, das keine konkurrierenden Ideen kennt, wird es gelingen, sie in ihrer großen Mehrheit für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen; so nur ist es auch möglich, einer Welt, die das Aufbauwerk der Juden beobachtet, Sympathien und Unterstützung abzuringen. Die Menschen sind nun einmal so 99

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