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Der jüdische Wille · 1934-05-01 · Heft 3 (Mai 1934) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 3 (Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Die Inanspruchnahme des Präsidiums durch einzelne Bundesbrüder in persönlichen und beruflichen Sorgen ist weiter rege. In manchen Fällen konnte durch Rat, in anderen einfach durch das Vorhandensein einer zentralen Stelle, die zwischen „Angebot und Nachfrage" vermittelte, geholfen werden. Jungerenarbeit« Die Jüngerenarbeit des neuen Präsidiums wurde Anfang April eingeleitet mit einem Ausspracheabend im Kreise der in Berlin noch vorhandenen ehemaligen Aktiven. In einem einleitenden Referat wurde dargestellt, daß die jüngeren Bundesbrüder sich restlos in die zionistische Jugendarbeit eingliedern und sich insbesondere an der Auseinandersetzung mit der nichtzionistischen Jugend beteiligen müßten. Im Innern werde es besonders die Aufgabe des jungen Kartells sein, wieder zu einer Auseinandersetzung über die Grundprobleme des Zionismus zu kommen, ohne daß die Diskussion lediglich über Methoden und Auswüchse des politischen Kampfes unter taktischen Gesichtspunkten geführt werde. Die Aussprache, an der fast sämtliche anwesenden Bundesbrüder teilnahmen, ergab, daß allgemein eine derartige grundsätzliche Auseinandersetzung als zur geistigen Orientierung erforderlich angesehen wurde, und daß man dies für den einzigen Weg hielt, um auch jüngere Menschen neu für das Kartell zu gewinnen. Auf diesem Abend wurde beschlossen, ohne Schaffung einer besonderen Organisation regelmäßig in Absländen von 2—3 Wochen Ausspracheabende über wichtige zionistische Probleme zu veranstalten. In Berlin hat am 22. 4. der erste dieser Ausspracheabende stattgefunden mit einem Referat über „die ideologischen Grundlagen des Revisionismus". Dieser Versuch kann als, bis zu einem gewissen Grade gelungen bezeichnet werden. Es fand eine lebhafte Diskussion statt, die nach anfänglichen Abschweifungen bis zu den grundsätzlichen Differenzen zwischen dem Revisionismus auf der einen und den übrigen Teilen der zionistischen Bewegung auf der anderen Seite vordrang. Der zweite dieser Abende wird ba'd nach Sch'wuoth stattfinden. Diese Arbeit hat sich jedoch bisher allein auf Berlin beschränkt. Ein Rundschreiben, das den Bundesbrüdern im Reiche Anfang April zuging, und in dem das Präsidium sich zur tätigen Hilfe bei der Veranstaltung derartiger Ausspracheabende erbot, blieb ohne Widerhall, wobei allerdings nicht verkannt werden darf, daß außer in Breslau und vielleicht noch in Frankfurt a. M. kaum irgendwo jüngere Kreise vorhanden sind, die eine Aussprache dieser Art tragen könnten. Unter diesen Umständen hat das Präsidium bisher davon abgesehen, eine Jugendtagung des Kartells, die vom Kartelltag gewünscht worden war, einzuberufen. Es hat geglaubt, dies auf einen späteren Termin verschieben zu müssen, da die Möglichkeiten für Jüngerenarbeit im Kartell noch nicht genügend übersehbar sind. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß das Kartell in dem vor einigen Wochen neu gegründeten Arbeitskreis Zionistischer Bünde vertreten ist und an seinen Arbeiten teilnimmt. Palästinaarbeit« Was die Palästinaarbeit anlangt, zeigt sich deutlich, daß die persönlichen Beziehungen jedes der Bundesbrüder hier mit Palästina so vielfältige sind, daß eine Inanspruchnahme des KJV für Auskünfte, Uebersiedlungspläne usw. 85

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