Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Wille · 1934-05-01 · Heft 3 (Mai 1934) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 3 (Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2827066-3186699-3186702--0794-3186854
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

dauerhaften Ergebnissen führen können. Immerhin sind, zunächst besonders in Berlin, erfolgversprechende Anfänge gemacht worden. Der Altherrenbund der Hasmonaea tagt mit großer Regelmäßigkeit an Jedem zweiten Donnerstag: es* werden Referate über aktuelle und grundsätzliche Themata (Tuchler über das nichtjüdische Palästina, Lewinsohn über zionistische Politik) gehalten, an die sich lebhafte Aussprachen anschlössen. Es hat sich hier bereits ein großer Kreis von ständigen Gästen gebildet, z. T, früheren Zionisten, die der Bewegung einige Zeit entfremdet waren, zum größeren Teil neugewonnenen Menschen aus anderen Lagern. An einem Ausspracheabend über „die Jüdische Schule" (Referat von Fritz Simon Neumann) nahmen auch die Frauen teil. Im Altherrenbund der Kadimah fand ein der Klärung der Frage „Revisionismus— Zionismus" dienender kontradiktorischer Abend statt (Referenten: Bbr. Justus Schloß und Herr Schkolnik, Tel-Aviv). Eine andere gleichartige Veranstaltung (Referenten: Bbr. Hamburger und Enzo Sereni) machte der Altherrenbund des Ruder-V.J.St., der sich im übrigen eine Sonderaufgabe für seine Tätigkeit gestellt hat und darüber besonders berichtet. Der Rosenkranzband begann seine Arbeit mit einem zahlreich besuchten Abend, an dem Bbr. Stahl nach seiner Rückkehr aus Palästina berichtete. Der Altherrenbund der Maccabaea nahm seine Tätigkeit mit einem Vortrag von Bbr, Willy Jacobsohn über die aktuellen Aufgaben des KJV im deutschen Zionismus auf. Die weitere Arbeit in Berlin wird davon abhängen, ob in diesen fünf Altherrenbünden weiterhin genügend zionistische Initiative und Aktivität entfaltet wird, um die noch Fernerstehenden heranzuziehen und die einzelnen Altherrenbünde zu Mittelpunkten individueller Werbung zu machen. Die Erfüllung zionistischer Sonderauf gaben durch jeden der Altherrenbünde als solchen liegt, abgesehen vom Ruder-V.J.St., nicht im Bereich naher Verwirklichung. Auf einer allgemeinen KJV-Veranstaltung in Berlin sprach Tuchler über die Stellung des Zionismus im deutschen Judentum. Außerhalb Berlins herrscht ein regeres KJV-Leben in Schlesien, besonders in Breslau* Unter der Leitung von Preuß finden dort gut besuchte Veranstaltungen statt, an denen sich in erfreulichem Maße auch solche Bundesbrüder beteiligen, die dem KJV lange fern gestanden haben. Es werden dort Palästinaberichte von Fachleuten über Fachgebiete veranstaltet. Das Präsidium hat durch einen Besuch von Salli Hirsch mit der Arbeit in Breslau Kontakt gewonnen. Besuche der anderen Bezirksverbände sind geplant. In Hamburg gehören fast alle Bundesbrüder dem Zionistisch-Akademischen Club an, in dem sie, zwar formell außerhalb des KJV, doch eine Art von KJV-Arbeit leisten. Jedenfalls sind sie durch diesen Club zeitlich so gebunden, daß daneben die Aufnahme einer ausschließlichen KJV-Arbeit praktisch nicht in Frage kommen dürfte. Im übrigen zeigt sich an anderen. Stellen des Reiches immer dasselbe Bild, daß durch Auswanderung, Binnenwanderung und Berufsumschichtung von den früheren Gruppen nur vereinzelte Menschen übrig geblieben sind, so daß an zahlreichen Orten das KJV nicht mehr vertreten ist. Regelmäßige Zusammenkünfte der räumlich getrennt wohnenden Bundesbrüder eines Bezirkes scheitern oft schon am Kostenpunkt. Die Bemühungen, die einzelnen, die der zionistischen Arbeit noch nicht näher verbunden sind, heranzuziehen, werden schriftlich fortgeführt werden müssen. 84

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.