Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 2 (März 1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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zü treffen. Die Mitarbeit von Bundesbrüdern an jeder Art zionistischer Jugendarbeit wird begrüßt und soll durch eine Zusammenfassung der in der Jugendarbeit stehenden Bundesbrüder gefördert werden/ Der neugeschaffene Präsidialehrenrat entsprach einmal äußerlich der Not-* wendigkeit, die Ehrenräte der aufgelösten Verbindungen zu ersetzen, trug dem Umstand Rechnung, daß es in manchen Fällen kaum möglich ist, Ehrenräte ohne Beteiligung des Präsidiums zu bilden und wies schließlich in die Richtung einer einheitlichen Handhabung der Ehrengerichtsbarkeit in grundlegenden Fragen, Leider zeigen die vielen Ehrenräte, daß gerade in Zeiten der Auflösung gewohnter Ordnung und der Umbildung von Existenzen in unerwünschtem Ausmaße Anlässe für eine schlichtende Tätigkeit dieser Art bestehen. Besonderes Gewicht kam diesmal den Verhandlungen der Permanenzkommission zu. Hier wurden die überaus zahlreichen, von allen Seiten gestellten Anträge durchberaten, zusammengefaßt und in meist geänderter Form kartelltagsreif gemacht. In dieser wirklich permanent tagenden Kommission wurden auch die Debatten ausgetragen, die früher und bei mehr verfügbarer Zeit die Kartelltage zu erhitzen pflegten, Entscheidungen mit dem Anspruch auf langjährige Dauer konnte und sollte dieser Kartelltag nicht fassen. Dazu sind die allgemeinen Verhältnisse der Judenheit zu ungeklärt, dazu sind die jeden einzelnen von uns beschäftigenden, die Existenzen von Grund auf berührenden Fragen zu akut," zu ungelöst. Die Entwicklung, die immer mehr Menschen aus unserem Kreise von hier nach Palästina führt, ist — erfreulicherweise — noch voll im Gange. Erst das kommende Jahr wird zeigen, welche Aufgaben das Restkartell im deutschen Judentum noch zu erfüllen hat und ob die Menschen für diese Aufgaben zur Verfügung stehen werden. Dieser Kartelltag brachte keine Sensationen —■ das war seine einzige Sensation, — da man mancherseits solche erwartet hatte. Es war ein Kartelltag der Selbstbeschränkung. Ob diese Selbstbeschränkung weise war, kann erst die Zukunft lehren. Vom Neubeginn unserer Arbeit Mitteilung des Präsidiums. Die Vorstellung, als ob von den über 2000 Bundesbrüdern, die wir vor etwa einem Jahre in Verbindungen und Altherrenbünden zusammengefaßt mit festen Wohnsitzen und Berufen in unseren Listen verzeichnet hatten, ein kleiner Teil nach Palästina übergesiedelt sei, sonst aber die überwiegende Mehrheit in persönlicher Hinsicht Veränderungen nicht erfahren habe, ist in allen Teilen unzutreffend. Nicht nur weil die Zahl der in Palästina befind-' liehen Bundesbrüder heute schon fast 600 erreicht, nicht nur weil eine stattliche Anzahl auch anderswohin sich gewandt hat, selbst nach Abessinien Süd-Indien, von europäischen Ländern ganz abgesehen, sondern nicht zuletzt deshalb, weil innerhalb Deutschlands eine beachtliche Binnenwanderung stattgefunden hat und noch stattfinden wird. Diese Tatsachen im Zusammenhang mit dem Aufhören der Verbindungen berechtigen dazu, von einer weitestgehenden Dezimierung und DesOrganisierung des KJV in Deutschland zu sprechen. Wir haben es daher als erste Aufgabe angesehen, das KJV neu 57