Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Wille · 1934-03-01 · Heft 2 (März 1934) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 2 (März 1934)
Date
1934-03-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2827066-3186699-3186701--0762-3186821
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ßrtert werden; und die Fortexistenz des KJV ist nur gerechtfertigt, wenn die zionistische Situation dieses fordert. Die Notwendigkeit der Fortexistenz des Kartells muß, namentlich im Hinblick auf die Entwicklung, welche das Kartell in Palästina genommen hat, bejaht werden. Die Aufrechterhältung der Einheit des Kartells ist jedoch nicht einfach, und zwar nicht nur wegen der Revisionistenfrage, sondern vor allen Dingen, weil für Chaluzim auf dem Lande ganz andere Anforderungen gestellt werden müssen, als sie bei Akademikern in der Stadt durchsetzbar sind. Die gleichen Schwierigkeiten bestehen bei der Schaffung eines Nachwuchses in der Galuth. Eine zionistische Erziehung ohne die grundsätzliche Forderung der Hachscharah ist heute unzulässig und das Kartell ist in dem augenblicklichen Zustand nicht legitimiert, sich eine Hachscharahorganisation heranzuziehen. Voraussetzung einer Zukunft des Kartells und einer Heranziehung eines eigenen Nachwuchses ist deshalb eine wirkliche Heranziehung der Altherrenschaft zur zionistischen Arbeit. In der Frage des Hechaluz ist weniger wichtig, ob wir unseren Bundesbrüdern den Eintritt in den Hechaluz empfehlen sollen oder nicht. Eine Empfehlung des Eintritts ist zwar mit der Neutralität des KJV nicht vereinbar. Der Hechaluz muß jedoch gegenüber anderen Hachscharahorganisationen herausgehoben werden, und das KJV muß sich an den Aufgaben des Hechaluz im Interesse der zionistischen Bewegung kollektiv beteiligen. Wesentlicher ist jedoch die Frage über die Beziehung derjenigen Bundesbrüder zum KJV, welche auch im Hechaluz sind. Eine eigene Hachscharaherziehung ist vom KJV aus zur Zeit keinesfalls möglich, und für die spätere Zeit wahrscheinlich auch nicht durchzuführen. Man soll daher dem Hechaluz die spezifische Hachscharaherziehung unserer Bundesbrüder überlassen. Die Erziehung des KJV kann nur zusätzlich darauf gerichtet sein, bei der Einreihung unserer Bundesbrüder in die Arbeiterschaft Palästinas den Gedanken der nationalen Gesamtverantwortung, wie ihn das KJV bisher stets vertreten hat, zu stärken. Dazu ist eine vom KJV geleitete gründliche zionistische ideologische Erziehung erforderlich. Im Einzelnen könnten sich aus dem Nebeneinander der Hechaluz und KJV- Erziehung gewisse Schwierigkeiten ergeben, welche jedoch nicht unüberwindbar sind. Paul Schnurmacher (Berlin): Das Schwergewicht der Arbeit liegt bei der Altherrenschaft. Der Zustand der zionistischen Organisation erfordert neue Kräfte. Die Zusammenfassung der aktiven Zionisten im Gdud Haawodah verlangt den Zusammenschluß der Reihen des KJV, damit dieses nicht zum Anhängsel des Gdud Haawodah wird. Ein Gegenmittel ist die Reaktivierung der Buindesbrüder. Die Anträge des Präsidiums bezwecken eine Aenderung des heutigen Zustandes der Inaktivität weitester Teile der Altherrenschaft. Erforderlich ist aber auch eine Entfernung derjenigen, für deren Reaktivierung es keine Möglichkeiten gibt. Diese Aufgabe muß dem Präsidium zur Pflicht gemacht werden. Die Reservatreche der Kadimah sind mit den vom Präsidium auf* gestellten Grundsätzen und mit dem neueingeführten Präsidialehrenrat nicht vereinbar. Walter Blumenthal (Berlin): Die zukünftige Existenzberechtigung KJV in Deutschland beruht auf der Tatsache, daß auch heute noch ein 50

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.