Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 2 (März 1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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meist Fährer sind, Geführte aber gibt es wenige« Erst wenn sich die diesbezüglichen Anschauungen grundlegend ändern« werden sich die zahlreichen verärgerten Bundesbrüder zu einer Mitarbeit bereit finden. Ernst Hamburger wendet sich gegen die Ausführungen« die Bbr. Blumenfeld in seinem Referat gemacht hat, insbesondere gegen den Vorwurf, daß die Revisionisten Propagandisten einer anarcho-individualistischen Wirtschaftsauffassung seien. Die Privat-Initiative sei in den letzten Jahren in Palästina nicht in dem erforderlichen Maße gefördert worden. Hauptsinn der revisionistischen Politik sei« nach Palästina in möglichst kurzer Zeit eine möglichst große Zahl von Menschen zu bringen. Der von Blumenfeld vertretene Standpunkt sei nicht der eines bedingungslosen Zionismus« wie er von sich sagte« sondern der eines bedingten Zionismus« während es den Revisionisten nicht darauf ankomme, in welcher Form Palästina aufgebaut wird, sondern darauf, daß es in möglichst kurzer Zeit aufgebaut wird. Bbr. Hamburger wendet sich ferner gegen den Vorwurf, daß die Einstellung der Revisionisten antijüdisch sei und betont seine Gegnerschaft gegenüber einer Gruppe in Palästina, die dieses Land in einer bestimmten Wirtschaftsordnung aufgebaut haben will. In diesem Zusammenhang sei es jedoch erforderlich, die Spannungen, die in Palästina bestehen, auf ein Minimum zu beschränken. Der Beschluß in der Revisionistenfrage auf dem Tel-Aviver Kartelltag sei absolut falsch gewesen, Bundesbrüder würden davon betroffen, welche noch vor kurzer Zeit gut genug waren, das palästinensische Kartell zu leiten. Durch den Beschluß sei eine unerträgliche Spannung des Kartells sowohl in Palästina als auch in der Galuth herbeigeführt worden, die bis zur Hereintragung dieser Frage in diesem Umfang nie bestanden habe. Die Reaktion auf diese Anträge sei auch schon zu merken, u. a. durch die Gründung der Akademisch-Zionistischen Vereinigung. In der Frage des Hechaluz wendet sich Bbr. Hamburger gegen die Vorschläge des Präsidiums. Eine Empfehlung oder Heraushebung des Hechaluz aus den anderen bestehenden Hachscharahorganisationen sei mit der Neutralität des Kartells nicht vereinbar. In. diesem Zusammenhang erwähnt Hamburger, daß einem Bundesbruder der Kadimah, der im Verdacht revisionistischer Anschauungen stand, die Mitarbeit im Hechaluz verboten worden sei. Wegen der Verbindung des Hechaluz mit der Histadruth sei es unmöglich, den Hechaluz in dem Sinne umzugestalten, daß alle Zionisten ihm angehören können. Zum Schluß tritt Bbr. Hamburger für eine Wahrung der echten Tradition des Kartells, für einen überparteilichen zionistischen Bund ein. Sigmar Gins bürg, Tel-Aviv: Aus Anlaß des 30 jährigen Stiftungsfestes der Maccabaea, Königsberg, gedenkt Ginsburg der Stifter des V.J.St. Königsberg Udo Moses und Willy Perles, der führenden Gestalt von Arthur Pelz, dankt Blumenfeld für seinen Kampf für die zionistische Bewegung und den Ernst, den er in das Kartell getragen hat. Er warnt das Kartell, durch eine falsch verstandene „Neutralität" sich den Wirklichkeiten des jüdischen Lebens in Palästina zu entziehen. Wenn der ganze Mensch von den Entscheidungen in Palästina wirklich betroffen wird, muß das Kartell auch die Kraft haben, sich von solchen zu trennen, deren Grundlage menschlich nicht tragbar ist. Nur wenn dieser Kampf um unsere Form hier mit aller Entschiedenheit geführt wird, kann das Kartell eine Zukunft haben. K u r t Blume nie 1 d wünscht eine Feststellung dahin, daß der Beschluß 48