Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 2 (März 1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Frage auf dem nächsten, auf Delegierten wählen beruhenden Kartelltag erneut zur Abstimmung zu bringen," Es erfolgte getrennte Abstimmung über die beiden Absätze des Antrages, Der erste Absatz wurde mit überwiegender Mehrheit angenommen; der zweite mit 31 gegen 28 Stimmen abgelehnt. Es wurde in die Generaldebatte eingetreten; Martin Ehrlich berichtet, daß man in Gleiwitz auch die außerhalb des KJV stehenden zionistischen Akademiker zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen hat. Felix Jacobsohn (Berlin) setzt sich mit besonderem Nachdruck für die Neutralität ein. Er sieht keine andere Möglichkeit der weiteren Existenz des KJV und betont, daß es sich bei „Neutralität" nicht um „Ueberparteilichkeit" oder eine derartige faule Kompromißlösung handle, vielmehr solle aus aufrichtiger Gesinnung heraus innerhalb des Kartells, der Altherrenbünde, Bezirksverbände usw, der Boden für eine freie bundesbrüderliche Aussprache selbst schärfster innerzionistischer Gegner geschaffen werden. Es sei sinnlos, die Opposition auch im KJV zu bekämpfen, oder gar aus dem Kartell herauszudrängen, umsomehr, als nach Jacobsohns fester Ueberzeügung die offizielle Richtung die Opposition dringend gebrauche und sie deshalb sehr pfleglich behandeln müsse. Eine Stellungnahme des Kartelltages gegen den Revisionismus komme nicht in Frage, Willy Jacobsohn (Berlin): Im Hechaluz werden die Bundesbrüder die Aufgabe haben, mitzuarbeiten an der zionistischen Erziehung der Mitglieder des Hechaluz. Es wird notwendig sein, daß die Bundesbrüder die zionistische Entscheidung in den Mittelpunkt der Erziehung stellen. Die Frage des Nachwuchses kann vorläufig nicht organisatorisch geregelt werden. Es wird von den örtlichen Verhältnissen abhängen, wie sich jeweils unsere Jugendarbeit gestalten wird. Die Basis des KJV muß auch in Deutschland erweitert werden. Dies kann durch Werbung und Aufnahme neuer Menschen geschehen, die nicht durch die Erziehung der Verbindungen oder sonstiger zionistischer Jugendorganisationen gegangen sind, die aber nach ihrer zionistischen und menschlichen Haltung sich in das KJV einfügen können, Alfred Schwarz (Berlin): Die Revisionistenfrage, so wichtig sie auch ist, kann auf diesem Kartelltag nicht besprochen werden, weil wir uns zuerst einmal darüber klar werden müssen, ob wir das Kartell aufrechterhalten können. Die Vorschläge, die Ehrlich aus Oberschlesien gemacht hat (Bildung von Akademikerorganisationen unter Führung von KJVern) und auch die von Salli Hirsch geforderte Propaganda unter Akademikern führen zwangsläufig zu einer Auflösung der Altherrenbünde, die durch den Weggang so vieler Alter Herren schon schwer gelitten haben. Die schwierigste Frage ist die des Nachwuchses. Ist es überhaupt möglich, jüngere Leute für das Kartell zu werben? In welcher Form soll das geschehen? Darüber müssen uns die jüngeren Bundesbrüder hier auf dem Kartelltag ihre Meinung mitteilen. Julian Hartmann (Berlin): Trotz eines erheblichen Mangels von Z.V.f.D.-Fünktionären arbeiten nur wenige KJVer mit. Dagegen ist auch der beantragte Präsidiälehrenrat keine Abhilfe, denn die Maßstäbe, welche an zionistische Leistung gelegt werden, sind nicht eindeutig. Kleinarbeit findet oft keine Anerkennung. Das KJV besteht aus zionistischen Arbeitern, welche 47