Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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kommen, die schon irgendwo eine zionistische Erziehung durchgemacht haben, Die Einbeziehung von neuen Menschen wird eine neue Aktivitas nicht bilden können, aber im Zuge unserer Vorstellungen über die Zukunft des K.J.V. können und müssen wir dafür Sorge tragen, daß alle Menschen, die im Rahmen unserer engeren Aufgaben stehen, auch fernerhin zu uns gehören. Eine Möglichkeit, innerhalb des K.J.V. in Deutschland neue Gruppen analog den alten Verbindungen zu bilden, ist nicht vorhanden. Daß es in Deutschland eine große Zahl von K.J.V.ern gibt, daß im Ausland K.J.V.er- Arbeit geleistet wird und in Zukunft in einem noch höheren Maße geleistet werden kann, und daß das K.J.V. eine bestimmte „Mission" zu erfüllen hat, verpflichtet uns, im Bereiche des Möglichen, dahin zu streben, das Kartell zu halten und die Kräfte, die sich in ihm befinden, in Richtung unserer Vorstellungen von der zukünftigen Arbeit einzusetzen. So wird es auch das natürliche Bestreben des K.J.V. sein, die Menschen, die vom K.J.V. auf Hachscharah gegangen sind, zu halten, und man wird bemüht sein, diesen Menschen auch weiterhin den Weg des K.J.V. zu zeigen, was praktisch bedeutet, daß die Bundesbrüder, die hinübergehen, in das palästinensische Kartell einmünden. Wer die Anschauungen unserer Bundesbrüder, die sich auf Hachscharah befinden, kennt, weiß, wie schnell sie das K.J.V. vergessen. Dies ist verständlich, weil diese Menschen bewußt ein neues Leben angefangen haben und sie das K.J.V. in ihrer Vorstellung mit dem alten Leben verknüpfen, aber unberechtigt, weil sie nicht mehr daran denken, was das K.J.V, Positives am Zionismus und an ihnen geleistet hat, und nicht erkennen, was das K.J.V. für Palästina bedeuten kann. Die Möglichkeiten unserer Einwirkung auf diese Bundesbrüder in diesem Sinne ist sehr beschränkt, ich weise nur auf die eine Schwierigkeit hin, nämlich die, daß wir, die wir nicht den Weg der Hachscharah zur Chaluziuth gehen, für diese Menschen nicht autoritativ sind. Aber das palästinensische Kartell kann, wenn es sich bewähren wird, ein lebendiges Beispiel für die Richtigkeit unserer Anschauungen sein und auf die Bundesbrüder, die in Hachscharah sind, die Einwirkung haben, auf die wir aus verschiedenen Gründen — ein Grund ist erwähnt worden — verzichten müssen. Es ist Tatsache, daß der größte Teil unserer Bundesbrüder, die sich \n Hachscharah befinden, dem Hechaluz angehören. Es bleibt sich letzten Endes gleich, ob die Bundesbrüder über das K.J.V. auf Hachscharah gegangen sind oder ob sie ihre Stelle durch den Hechaluz erhalten haben. Diese Doppelzugehörigkeit hat eine dauernde Beunruhigung verursacht. Es wird kein Rezept geben, mit dem man diese Frage, die für die weitere Hachscharaharbeit des K.J.V. von entscheidender Bedeutung ist, wird lösen können. Man hat geglaubt, daß die Anerkennung des Hechaluz als Dachorganisation aller auf Hachscharah befindlichen Menschen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit des K.J.V. mit dem Hechaluz genügen wird. Es ist jedoch so, daß sowohl auf der Seite des K.J.V. es Bundesbrüder gibt, die nicht einmal mit dieser Anerkennung einverstanden sind, als auch der ganze Hechaluz eine andere Vorstellung von seinem Wesen hat, als manche aus unserem Kreise davon haben, Das K.J.V, verpflichtet seine Menschen für sich und der Hechaluz tut dasselbe. Beide Organisationen gehen in Palästina bestimmte Wege/ Das K.J.V, tut es heute noch nicht, kann aber schon morgen einen bestimmten Weg ein-r schlagen. Der Hechaluz erzieht zu Kibbuziuth. Der Kibbuz hat schon heute ein ganz eigenes Gepräge und nimmt eine besondere Stellung in der Arbeiterschaft ein. Ohne hier weiter auf diese Frage einzugehen, muß festgestellt werden, daß, wenn die chaluzischen Teile des K.J.V. in Palästina nicht auch den Weg dieser Kibbuziuth gehen, es dem Hechaluz hier nicht genommen 31