Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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vollen und entschiedenen Zionisten zu machen. Eine Krise der zionistischen Bewegung in Deutschland droht uns viel weniger von der um die zweite Emanzipation kämpfenden Assimilation, sondern sie kann ausgehen von den Kreisen der Neuzionisten. Diese werden, da sie ungeschult und von den wirklichen Problemen und Fragen des Zionismus unbeschwert sind, zum Teil abspringen, wenn sie sich bewähren sollen und auf eine ernste Probe gestellt werden, oder sich einem leichten Zionismus hingeben. Die richtige Arbeit wird nur erreicht werden, wenn es Menschen gibt, die eine Gewähr für eine Schulung, für eine Disziplin und Organisierung bieten. Die anerkannte Tatsache, daß das Kartell in der Vergangenheit in der innerzionistischen Auseinandersetzung vorbildlich gewesen ist, soll nicht nur für das palästinensische Kartell die Bedeutung haben, diesen Weg weiterzugehen und den Kampf um die Durchführung dieses Prinzips im Jischuw aufzunehmen, sondern muß auch uns verpflichten, solange es überhaupt hier Bundesbrüder geben wird, in diesem Sinne weiterzuarbeiten. Was wird heute in Hinblick auf den erwähnten Aufgabenkreis geleistet und was kann in der Zukunft dafür getan werden? Zuerst einmal möge man daran denken, daß es zwei Verbindungen in Riga gibt und zwei weitere Verbindungen in Kowno und in Basel mit uns in einem Freundschaftsverhältnis stehen. In London arbeitet auch ein Kreis von ca. 30 Bundesbrüdern. In Deutschland und im besonderen in Berlin gibt es eine beträchtliche Zahl von meist jüngeren Bundesbrüdern, die in den verschiedensten Organisationen arbeiten. Es gibt einige Alte Herren, die aktiv tätig sind. Und es gibt eine noch größere Zahl von Alten Herren, die auch heute noch nicht mitarbeiten. Es wird sich nur dann lohnen, Menschen in einem Kartell zusammenzuhalten, von denen man weiß, daß sie für die Aufrechterhaltung unserer Prinzipien sorgen, für ihre Propagierung in der Organisation kämpfen und die Arbeit in der Bewegung leisten. Das Kartell kann dann eine Elitetruppe werden. Praktisch gesehen heißt das: Wenn es den A.H.-Bünden jetzt nicht gelingen wird, ihre Mitglieder aufzurütteln und die allergrößten und letzten Anstrengungen zur Aktivierung zu machen, dann hat allerdings das K.J.V. in Deutschland und auch ein K.J.V. in Riga oder sonstwo keine Zukunft, und ein Bestehen ist nicht gerechtfertigt. Es wird dem jüngeren Bundesbruder nur möglich sein, als K.J.V.er seine Aufgaben in der Organisation zu erfüllen, wenn es im Bewußtsein geschieht, daß der größere Teil des noch vorhandenen K.J.V. —■ die A.H.-Bünde — aus seiner Lethargie erwacht. Die aktiven jüngeren Bundesbrüder, die in den Organisationen tätig sind, müßten einen besonderen Kreis bilden, der für ihre zionistische Fortbildung sorgt, die gesamte Tätigkeit der Bundesbrüder organisiert und es nicht den einzelnen überläßt, sich mehr zufallsmäßig in igendeine Gruppe einzuordnen. In Form eines Aktivkreises müssen die Bundesbrüder, die zionistisch arbeiten, regelmäßig zusammenkommen, 1. gemeinsam die von den Bundesbrüdern geleistete oder zu leistende Arbeit besprechen, Richtlinien aufstellen, Bundesbrüder zur Mitarbeit heranziehen usw. 2. dafür sorgen, daß genaueste Informationen über alle Fragen des Weltzionismus, des deutschen Zionismus und Fragen unserer Politik im deutschen Judentum vermittelt werden. In Berlin ist die praktische Möglichkeit der Bildung eines solchen Aktivkreises zweifellos vorhanden, für manche Provinzstadt ist die Schaffung von solchen Kreisen zusammen mit den Alten Herren möglich. In diesen Kreis könnten m. E. auch Menschen treten, die dem K.J.V. nicht angehört haben. Wenn dieser Kreis seine Aufgaben erfüllen wird, so rechtfertigt die Aufnahme eines neuen Menschen in diesen Kreis auch die Aufnahme in das K.J.V. Natürlich werden für diesen Kreis nur solche in Frage 30