Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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der Arbeit hier hindern? — Einen Erfolg kann man nicht voraussagen, geschweige denn gewährleisten. Aber der Versuch zur Erhaltung des K.J.V, in Deutschland als einer lebendigen zionistischen Gemeinschaft sollte gemacht werden. Die Zukunft des Kartells in Deutschland. Von Jakob Rosenberg. Um die Jahreswende 1932 war das K.J.V. noch ein einheitliches Gebilde* Heute dagegen können wir bereits drei verschiedene Gruppen klar erkennen, deren Abgrenzung zunächst ihrem Wesen nach und organisatorisch festzustellen wäre. Die Unterscheidung zwischen zwei Gruppen, einem palästinensischen und einem deutschen Kartell, kann man mit Recht schon heute als eine endgültige Tatsache hinnehmen. Sie ist schon deshalb richtig, weil sich rein organisatorisch ein palästinensisches Kartell gebildet hat, dessen Entstehung ohne Mitwirkung von Deutschland aus erfolgt ist. Auch ohne diese organisatorische Zusammenfassung ist die Unterscheidung gerechtfertigt, denn, wenn das K.J.V. hier und drüben überhaupt irgendwelche Aufgaben hat, so werden sie schon aus der Natur der Situation, daß nämlich ein erheblicher Teil der Bundesbrüder — ca. 500 Menschen — in Palästina lebt, und damit in einen neuen Lebenskreis getreten ist, verschieden sein. Die dritte Gruppe, die organisatorisch zum deutschen Kartell gehört, ist der Kreis der Bundesbrüder, die vereinzelt oder in Gruppen sich in Deutschland oder anderen europäischen Ländern auf Hachscharah befinden. Die Tatsache, daß diese Menschen mit dem Augenblick, wo sie auf Hachscharah gegangen sind, ihren Zusammenhang mit dem früheren Leben gelöst haben, bedingt eine innerliche Trennung vom deutschen Kartell. Vor ihrer Alijah kann man sie natürlich auch nicht zum palästinensischen Kartell rechnen. Von einer vierten Gruppe, die gewissermaßen von den Verbindungen im Ausland gebildet wird, möge hier nicht besonders die Rede sein. Es soll im weiteren versucht werden, eine Vorstellung von der augenblicklichen und in der Zukunft möglichen Arbeit des deutschen Kartells zu geben. Es wird ferner nötig sein, die Beziehungen zu den in Hachscharah befindlichen Gruppen aufzuzeigen. Eine Stellungnahme zum K.J.V. in Palästina soll im Rahmen dieser Ausführungen nicht erfolgen. Jedoch werden manche Beziehungen für die weitere Gestaltung des hiesigen K.J.V. von einer solchen Bedeutung sein, daß auch auf sie hier eingegangen werden solL Ueber die Berechtigung dessen, daß ein deutsches Kartell weiter zu bestehen hat, sollte wohl kein Zweifel sein. Der Hinweis darauf, daß noch '/s aller Bundesbrüder in Deutschland leben, mag genügen. Die Frage ist, welche Zukunft das K.J.V. hier hat, welchen Aufgabenkreis sich das Kartell für die Zukunft stellt und welche Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden sind angesichts der Tatsache, daß die Aktivitas zu 2/s nicht mehr hier ist und heute keine einheitlichen Kreise mehr bildet. Der Aufgabenkreis ergibt sich aus einer Betrachtung der zionistischen Bewegung in Deutschland. Die Entwicklung des letzten Jahres hat zu einer bedeutenden Vergrößerung der zionistischen Bewegung geführt. In den Rahmen der zionistischen Organisation (Ortsgruppen, Hechaluz, Makkabi und Bünde) sind eine große Zahl von Menschen getreten, die nur dann für uns ein Gewinn sind, wenn man die Kraft haben wird, sie zu schulen und sie zu verantwortungs- 29