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Der jüdische Wille · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · page 26

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Aufbau nützliches Element gezeigt, während laute Gesihntingsprüfer sich und andere enttäuscht haben» 2. Die Befürworter der Auflösung übersehen, daß das K.J.V. in Palästina, unabhängig von den Beschlüssen hier, neu ersteht und daß die Erhaltung des K.J.V. in Deutschland gerade vom Standpunkt der Neubildung in Palästina aus wünschenswert sein muß* Als wir im Jahre 1929 den Landesverband Erez-Israel gründeten, bedeutete das bereits eine Etappe in dieser Entwicklung, die, trotz ihres sprunghaften Charakters im letzten Jahre, doch im Ergebnis eine durchaus normale, weil, mit der Verlagerung des Schwerpunktes nach Palästina, von Anfang an in der Linie unserer Ziele gelegen ist. Das palästinensische K.J.V. kann aus vielen Gründen nur nach und nach seine neuen Aufgaben erkennen, die Gesamtaufgaben übernehmen, neue Formen für seine Existenz finden. Die gesunde Entwicklung des palästinensischen K.J.V. erfordert geradezu, daß es sich auf ein geschlossenes, arbeitendes K.J.V. in Deutschland stützen kann, statt sich unmittelbar an so viele einzelne wenden zu müssen. Aus der gleichzeitigen Existenz der beiden großen Körperschaften des K.J.V. hier und dort werden für beide Teile neue spezifische K.J.V.-Aufgaben erwachsen. Möglicher- und wünschenswerterweise wird die Entwicklung später einmal zu einem wirklichen Absterben des K.J.V. in Deutschland führen, obschoh man in der Bemessung der Zeiträume sehr vorsichtig sein sollte; aber eine Auflösung in einem Zeitpunkt, wo noch ca. 1000 K.J.V.er in Deutschland leben, wäre eine vorzeitige Auflösung, Selbstmord aus Angst vor dem Tode. 3. Schließlich können wir rein bundesbrüderlich nicht Hunderte von Menschen ohne zwingenden Grund einfach im Stich lassen. So würde aber zumal von den in der Provinz lebenden Bundesbrüdern eine Auflösung des K.J.V. jetzt empfunden werden. Ich führe dies Argument als ein durchaus gleichwertiges an, obwohl ich weiß, daß für manche die Erwähnung der Bundesbrüderlichkeit, des rein menschlichen Zusammenhanges als Schwäche der sachlichen Argumentation gedeutet zu werden pflegt. Noch immer gibt es, wie gerade jetzt jeder Tag uns lehrt, bei der Mehrzahl der Bundesbrüder ein fast gläubiges Vertrauen zu dem K.J.V., von dem bezw. von den Menschen, die sie für seine Exponenten halten, sie Rat und Hilfe, Verständnis für ihre ganz persönlichen Sorgen erwarten, ein Vertrauen, das, mag es auch oft genug enttäuscht worden sein, doch nicht durch die bequeme Auflösung völlig zerstört werden darf. Die Auflösung des K.J.V. in Deutschland würde in ihren Auswirkungen das innerzionistische Parteiwesen verschärfen, dem zionistischen Leben in Deutschland einen bisher noch wirksamen Impuls nehmen, das K.J.V. in Palästina in seiner Arbeit beeinträchtigen, ein lebendiges Bedürfnis nach gesondertem menschlichem Zusammenschluß unbefriedigt lassen. III. Aufrechterhaltung kann selbstverständlich nicht bedeuten unveränderte Erhaltung. Das K,J.V. kann nicht mehr die Vereinigung von Verbindungen sein (§ 1 der Kartellordnung), nachdem die Verbindungen aufgehört haben zu existieren; es soll nicht die bloße Vereinigung von Altherrenbünden werden, die sich auf die Wahrung von Tradition beschränken. Mit dem Fortfall der Verbindungen haben m. E. auch die Altherrenbünde ihren bisherigen Sinn verloren. Ich schlage vor, Auflösung der Altherrenbünde und Bildung von K.XV.-Vereinen, die ohne Rücksicht auf die überholte Stellung als Alter Herr, Inaktiver, Aktiver u. s. f. die noch in Deutschland verbliebenen K.J.V.er örtlich neu zusammenfassen, natürlich namensmäßig und sonst in möglichst enger 27

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