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Der jüdische Wille · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · page 24

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Zusammenhang mit der Entwicklung des K.J.V, in Palästina — so muß unser Kartell hier menschlich und organisatorisch umgestaltet werden. Wir müssen dann von unseren Bundesbrüdern ein Höchstmaß zionistischer Leistung und Pflichterfüllung verlangen und uns von allen denen trennen, die diesem Maßstab nicht standhalten. Darüber hinaus wird unser Kreis bereit sein müssen, alle die Menschen aufzunehmen und zu erfassen, die gewillt sind, in diesem Maße und mit der zionistischen Haltung eines der Organisation sich unterordnenden überparteilichen Zionismus* zu arbeiten* welche der Tradition unseres Bundes entspricht. Solche Menschen und auch jugendliche Gruppen, in welchen ähnliche Vorstellungen zionistischer Arbeit sich durchgesetzt haben, gibt es überall in Deutschland, und es besteht nur die Aufgabe, diese Menschen und Gruppen zusammenzufassen und zu führen. Z. B. werden in Berlin die Junggruppen der B.Z.V. in einem Geiste erzogen, welcher der besten zionistischen Tradition des K.J.V. entspricht. Aus diesen Kreisen könnten wir Nachwuchs für unsere Hadistharahgruppen heranziehen, wobei es mir zunächst unerheblich scheint, ob früher oder später eine organisatorische Verbindung mit dem K.J.V. erfolgt oder nicht. Ferner sind zur Zeit Bestrebungen im Gange, alle aktiven zionistischen Abeiter der Z.V.f.D. in einem Bunde (Gdud Awodah) zusammenzufassen und damit der Z.V.f.D. ein Instrument zur Vereinheitlichung und Verstärkung der zionistischen Arbeit in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Die Zukunft des K.J.V. wird davon abhängen, wie weit es gelingt, diese Tendenzen entscheidend zu beeinflussen und zu leiten. Das bisherige Präsidium hat seine Aufgabe jetzt im wesentlichen auf diesen Gebieten gesehen, und so haben seine Mitglieder z. B. sowohl bei der Führung der Junggruppen der B.Z.V. als auch bei der Bildung des Gdud Awodah entscheidend mitgearbeitet* Der Kartell-Tag wird zu der geschilderten Entwicklung und zu all den Fragen, die heute noch in der Schwebe sind, Stellung zu nehmen haben. Ich hoffe, daß unsere Verhandlungen getragen sein werden von ernster Verantwortung gegenüber unserer traditionellen zionistischen Idee und Aufgabe, ebenso sehr aber auch von der veränderten zionistischen Situation und ihren besonderen Erfordernissen. Auflösung des KJ.V. in Deutschland? Von Kurt Tuchler. I. Ernste und, wie sie betonen, „ehrliche" Bundesbrüder, anerkannte Zionisten haben vorgeschlagen, das K.J.V. in Deutschland aufzulösen. Sie verneinen die Daseinsberechtigung einer Akademikerorganisation, deren Verbindungen nicht mehr bestehen und der damit die Gewinnung legitimen Nachwuchses unmöglich geworden ist. Sie halten es zugleich für nicht wünschenswert, das K.J.V. als einen nachwuchslosen Verband bloßer „Ehemaliger" einen unrühmlichen Alterstod sterben zu lassen. — Eine saubere glatte Lösung der durch die Entwicklung des Jahres 1933 gestellten Existenzfrage; aber auch eine richtige, zwingende Lösung? Die Zahl der innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches wohnenden K.J.V.er dürfte auch nach der starken, noch voll im Gang befindlichen Einwanderung nach Palästina und der nicht ganz außer Acht zu lassenden Auswanderung in andere Länder immer noch etwa. 1000, wahrscheinlich mehr, betragen, d. h. mindestens die Hälfte aller K.J.V.er. Die Frage muß danach lauten: besteht nach Auflösung der Verbindungen noch ein berechtigtes Inter- 25

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