Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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hinaus erklärten sich aber alle Bbr. Bbr, mit dem Beschluß des pal Präsidiums betreffs der revisionistischen Bbr. Bbr. einverstanden. Die Fragen, die uns naturgemäß im Augenblick in der Hauptsache interessieren, beziehen sich auf unsere hiesige Hachscharah. Mit dem hiesigen litauischen Beth Chaluz, in dem 150 Chawerim leben, haben wir bisher keinen allzu guten Konnex gehabt. ' Von den dortigen Chaluzim wurde unsere besondere Situation nicht ganz verstanden und auf unserer Seite fehlte das Verständnis für das bedeutend niedrigere Lebensniveau der Litauer. Wir haben am eigenen Leibe oft die Kluft zwischen Ost- und Westjuden erleben müssen. Max Zimels, der eine Woche bei uns war, hat nun erreicht, daß 10 lit. Chawerim zu uns herüberkommen. Diese Chawerim sind in der Zwischenzeit bereits bei uns eingeordnet. Diese Tatsache bedeutet für uns in jeder Hinsicht einen Erfolg. Die Hebraisierung hat große Fortschritte gemacht und ebenso ermöglichte uns das Vorhandensein der lit. Chawerim, die früher bestehende Kluft zwischen den beiden Kibbuzim zu beseitigen« Wir können nun hoffen, daß auch in Riga auf diesem Wege eine Annäherung zwischen den Letten und den Deutschen geschaffen wird. Unser Zusammenleben hat immer noch alle Nachteile eines Stadtkibbuz. Unser Bestreben geht dahin, unser Leben so zu gestalten, daß unsere Chawerim es nicht mehr nötig haben, einen Teil ihrer Zeit außerhalb des Kibbuz zu verbringen. Außerdem gibt es noch eine Reihe von Gründen für die Nachteile unseres Kibbuz. Vor allem ist die Zusammensetzung keine einheitliche. Das zahlenmäßige Verhältnis von Chawerim und Chaweroth ist 28:10. Darüber hinaus ist die Altersdifferenz von 16—27 Jahren auch entscheidend! Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf Euer letztes Rundschreiben eingehen. Es ist objektiv falsch, daß bei uns (zumindest bei einer größeren Gruppe innerhalb unseres Kibbuz) der Wille und die Vorstellung für die Bildung eines Gemeinschaftslebens fehlt. Wenn eine Reihe unserer Menschen sich aus familiären und wirtschaftlichen Gründen genötigt sehen, ein ganz bestimmtes Fach zu erlernen, mit der Absicht, es im Lande auszuüben, so kann man auch von diesen Menschen nicht ohne weiteres behaupten, besonders mit Rücksicht auf ihre zion. Vergangenheit, daß für sie die Hachscharah lediglich eine Fachausbildung bedeutet. Wir legen großen Wert auf die Ausgestaltung unserer Onge Schabbath. Wir umrahmen den Oneg mit hebr. Liedern und achten darauf, daß nicht nur einzelne sich an der Ausgestaltung aktiv beteiligen, sondern mehrere Chawerim ein gestelltes Thema bearbeiten. Seit kurzem nimmt immer ein sehr großer Teil (oft. 40—<50 Menschen) des lit. Kibbuz an unserem Oneg teil, und auch wir besuchen die Onge Schabbath des lit. Kibbuz. Wir haben jetzt 5 hebr. Kurse eingerichtet, die dreimal wöchentlich stattfinden. In jedem Kurs lernen nur ungefähr 5 Chawerim, was das Arbeiten sehr erleichtert. Außerdem haben wir regelmäßig einen Kurs, der eine Einführung in die zion. Ideologie bringt. Dieser Kurs wird demnächst von einem Kurs über „Arbeiterbewegung" abgelöst werden. Außerdem haben wir regelmäßig Liederabende. Dieser Brief konnte trotz seiner Länge nur die Oberfläche der Dinge berühren. Wir hoffen, daß wir durch öfteres Schreiben, noch eingehender auf einzelne Fragen eingehen können. Mit bundesbrüderlichen Grüßen Josef Abraham. Hans Sturmann. 21