Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Manfred Gerson, ein Kurs über Zionismus für drei Gruppen und ein Kurs über jüdische Geschichte, ebenfalls in drei Gruppen geteilt, von je drei" verschiedenen Leitern gehalten. Manfred Gerson hält außerdem drei Mal in der Woche einen Landwirtsch.-Kurs. Die Ausgestaltung der Onge Schabbath macht uns einige Sorgen» Trotzdem hoffen wir allmählich auch hier weiterzukommen. Für unsere Arbeit kommt uns sehr zu statten die Bücherspende vom Präsidium, für die wir auch auf diesem Wege herzlichst danken, die uns über das Aergste hinausgeholfen hat. Leider genügt sie nicht ganz, vor allem vermissen wir sehr die Gesamtausgabe des Dubnow, auch Werke von feuber, Herzl, Klatzkin, Ruppin usw. Außerdem warten wir bis heute auf die versprochenen Rundschauen. Wir wären Euch sehr dankbar, wenn Ihr diesem Mangel bald abhelfen würdet. Die Arbeit im Betrieb wird bei dem steigenden Frost von Tag zu Tag mehr auf die Zimmer verlegt, Tischlerei wird allmählich immer weiter ausgebaut. Sämtliche Räumlichkeiten werden (oder sind es schon) unter Assistenz der Chawerim für den Winter renoviert, der Kuhstall wurde vollkommen neu eingerichtet, eine Wasserpumpe wurde neu angelegt, ein Haus wurde besonders als Speisehaus mit Küche, mit modernem Herd und Radio ausgestattet. Allmählich aber droht für die 54 Menschen hier die Arbeit auszugehen. Und so bemüht man sich schon seit einiger Zeit, Hachscharahstellen in der Stadt zu schaffen. Vier Chaweroth haben bereits dank den Bemühungen vor allem der Wizo Stellen als Näherinnen und Flickerinnen angetreten, nach vier Wochen werden diese von anderen Chaweroth ausgewechselt. Auch wegen der Chawerim laufen günstige Verhandlungen. Schwierig ist nur die Wohnungsfrage, da in Riga kein Beth Chaluz besteht. Die Stimmung ist allgemein durchaus optimistisch, sodaß wir hoffen können, gut über den Winter zu kommen und während dieser Zeit intensiver als bisher uns auch innerlich auf Erez vorzubereiten. Wir hoffen, Euch mit diesem Bericht einige Klarheit über die Hachscharah übermittelt zu haben. b) Brie! aus MemeL Memel, 5. Dezember 1933. Sehr oft haben wir es schon bedauert, daß wir hier in Memel kaum in engerer Verbindung mit Euch stehen. Wir wollen das unsrige dazu tun, den Konnex zu verbessern, und von nun an öfters Berichte über unser Leben schreiben. Daß wir bis heute noch nicht auf Deinen Brief geantwortet haben, hat nicht den Grund, daß wir uns für diese Fragen nicht interessieren. Wir haben uns vielmehr auf zwei Kibbuzim sehr rege über den Inhalt des Briefes unterhalten. Außerdem sprachen wir gestern auf einer besonderen K.J.V.er- Besprechung hierüber, an der alle 13 Bbr. Bbr. teilnahmen. Es herrschte auf diesen Kibbuzim eine verhältnismäßig einheitliche Meinung. Ein großer Teil unserer Bbr. Bbr. war mit dem Inhalt Deines Briefes nicht einverstanden. Man hält es für gefährlich, dem K.J.V. von heute eine neue ideologische Fundierung zu geben und seine Weiterexistenz mit einer Mission zu begründen, die wir in Palästina angeblich zu erfüllen haben. Wir waren uns alle einig darin, daß das K.J.V. keine Berechtigung mehr hat, neue Menschen zu werben, sondern nur die Aufgabe, für seine Menschen, die sich mit ihm fest verbunden fühlen, zu sorgen, sie zur Hachscharah und zur Alijah zu bringen. Ein Teil unserer Bbr. Bbr. war der Meinung, daß sich das K.J.V. einer „arbeitspolitischen1' Gruppe anschließen müsse, während ein anderer Teil die Frage der zukünftigen Gestaltung des K.J.V. nicht von der Galuth aus beurteilen, jondern der besonderen Situation in Palästina überlassen wollte. Darüber 20