Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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£um XIV. KarteHtag. Von Konrad Jacoby. Seit dem letzten Kartelltag hat die ganze Struktur des K.J.V. sich von Grund aus verändert. Ein zahlenmäßig nicht unerheblicher Teil der Alten Herren — vielleicht Vi — und der überwiegende Teil der Aktivitas ist nach Palästina bezw. auf Hachscharah gegangen und steht somit der harten Wirklichkeit des zionistischen Lebens gegenüber« An diese Menschen sind an Stelle der bisherigen Probleme im Zionismus, welche doch im wesentlichen mehr Erkenntniswert als Entscheidungswert für ihr Leben besaßen, die akuten Fragen unseres Aufbauwerkes in Palästina und ihrer Einordnung in dieses Land herangetreten« Dieser Gang in die zionistische Wirklichkeit ist bisher mehr einer der einzelnen K.J.V.er, nicht des K.J.V. als Gruppe gewesen. Das K.J.V. muß jetzt aber auch in dieser Hinsicht die Führung unserer Bundesbrüder übernehmen und hierüber muß auch auf unserem Kartelltag gesprochen werden. In Deutschland ist die Lage dadurch charakterisiert, daß an den meisten Orten unsere Verbindungen nicht mehr existieren. Teils haben sie fast alle ihre Mitglieder durch die Abwanderung nach Palästina oder in die Hachscharah verloren, teils arbeiten sie in anderen zionistischen Gremien als Einzelne oder als Gruppen mit. In Breslau arbeitet noch eine Gruppe von ungefähr 20 jüngeren Bundesbrüdern im Rahmen des A.H.-Bundes in Formen, wie sie bisher bei uns üblich waren. Im übrigen aber bestehen außer bundesbrüderlich geselligem Zusammenschluß in einzelnen Orten auf der Grundlage des früheren Verbindungslebens keine eignen Arbeitsgruppen der jüngeren Bundesbrüder. Die Alt-Herren-Bünde, die auch schon bisher nie recht gearbeitet hatten, sind auch jetzt angesichts der veränderten jüdischen und zionistischen Situation zu keinem neuen Leben erwacht. Die Alten Herren, die aktiv in der Zionistischen Organisation arbeiten, sind hierdurch im allgemeinen derart in Anspruch genommen, daß für sie eine Mitarbeit in den A.H.-Bünden unmöglich ist. Das Gros der Alten Herren ließ leider auch bei der augenblicklichen Lage die Zionistische Organisation und unsere spezielle Arbeit im Stich, obwohl es nicht an Versuchen gefehlt hat, diese Bundesbrüder immer wieder von neuem zu aktivieren. Das Präsidium selbst hat seine Mitglieder im Laufe des Kartelljahres dauernd wechseln müssen. Dennoch hat eine kontinuierliche Arbeit hier stattgefunden und hierüber ist das Erforderliche im Bericht des Präsidiums gesagt. Die Institution des Präsidiums wird in Zukunft sich ändern müssen und wir glauben, daß wir fortan mit einem kleinen Kreis von Bundesbrüdern auskommen werden, von denen jeder ein bestimmtes Gebiet der noch verbleibenden Arbeiten des K.J.V. als Aufgabe hat. Neue Wege ist das Kartell in Palästina gegangen, und hierüber ist ein ausführlicher Bericht veröffentlicht. Soviel soll hier nur gesagt werden, daß somit das K.J.V. in Palästina nicht ein Verein ehemaliger K.J.V.er bleibt, sondern ein Bund mit bestimmten wichtigen zionistischen Aufgaben werden wird. Es soll hier gewissermaßen versucht werden, die traditionelle politische Haltung und Arbeit der Z.V.f.D. zunächst im eigenen Kreise fortzusetzen und darüber hinaus die Gruppen der deutschen Einwanderer in diesem Geiste zionistisch zu erfassen. Das Präsidium hier hat diese Entwicklung des K.J.V. in Palästina außerordentlich begrüßt und erklärt, daß es das dort gewählte Präsidium bittet, die Führung des ganzen Kartells zu übernehmen. Auch in der Frage der Abgrenzung gegenüber Methoden bestimmter revisionistischer Gruppen hat das Präsidium den Beschluß des palästinensischen Kartelltags an- 22