Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Ungeklärtheit dieser Fragen haben auch verschiedene Bundesbrüder in Beth Alpha zu der Annahme veranlaßt, daß diese Tagung noch verfrüht sei. Wenn er sich aber zu der Frage, ob eine K.J.V.-Siedlung gegründet werden soll, äußern solle, so muß er sagen, daß vielleicht aus der spezifischen Position der K.J.V.er heraus und dem sich hieraus ergebenden evtl Nichtgenügen an die höchsten Anforderungen der Landwirtschaft, eine Siedlung in Gemeinschaft mit Nicht-K.J.V.ern erforderlich sei. Alles sei jedoch noch ungeklärt. Nach einer Zwischenbemerkung von Bbr, Max Hirsch, der betonte, man könne heute noch nicht zu den ganz konkreten Dingen Stellung nehmen und gewiß nicht mit einem Beschluß auseinander gehen, sprach Bbr. Nechemja Gins bürg , Jagur. Er glaubt, daß wir bald zu einer Entscheidung kommen müßten. Die Tatsachen, daß gegenwärtig verhältnismäßig leicht Stellen in der Landwirtschaft zu bekommen seien, und daß bald das für die Deutschen gesammelte Geld zur Verteilung kommen würde, sprächen dafür, daß wir nicht lange warten dürften. Die Verpflichtung gegenüber dem Zionismus im allgemeinen gebiete uns, beispielgebend Wegweiser für die deutsche Alijah zu sein und verbiete uns eine Siedlung von nur K,J.V.ern. Für eine ihm vorschwebende Siedlung kämen vielleicht besonders auch Menschen aus dem Kreis der Werkleute und der Bonim in Frage, deren geplante Sondersiedlung nach Ansicht des Redners eine Gefahr bedeute. Bbr. Ludwig Löwe verlangt, daß man gewisse Besonderheiten in Rechnung ziehe; z. B. das vorhandene Individualisierungsbestreben (das Endziel mag doch der Moschaw sein) etc. Ob man diese Sonderheiten als gut oder als schlecht bewertet, ihm schwebe ein Großbetrieb vor, in dem jedoch jeder ein eigenes Heim haben soll. Ein solcher Betrieb würde ein gesundes Kompromiß, Arbeitserleiditerung und Individualitätsbestrebung sein. Er würde es auch ermöglichen, geschulte Fachlehrer zu halten. Es müsse darauf acht gegeben werden, daß unsere Menschen nicht nur geschulte Spezialfachleute werden, sondern daß sie auch einen Ueberblick über die Gesamtheit des Betriebes erhalten — man könne sich im übrigen auch eine spätere Aufteilung denken, die jedoch z. B. in der Anlage der Bauten vorbereitet werden müßte« Bbr. Locker, Jagur, bezweifelt, ob für die von dem Vorredner vorgeschlagene Siedlung Menschen verschiedenen Alters in Frage kämen. Er sei gegen einen Anschluß an bestehende Kwuzoth, denn nach seiner, allerdings kurzen, Erfahrung würden die Menschen in ihnen selten glücklich, weil sie durch das Hineinströmen neuer Olim immer um die Früchte ihrer Arbeit gebrach r würden. Auch machen manche Menschen aus den Kwuzoth auf uns keinen menschlich zufriedenstellenden Eindruck. All das seien Schwierigkeiten, die zu berücksichtigen seien und die seines Erachtens wohl für eine deutsche Sondersiedlung sprechen. Diese könnte vielleicht auch Spezifisches und damit für einen größeren Kreis Wertvolles schaffen. Bbr. Franz Brüll anerkennt die verschiedenen vorgebrachten Erwägungen, die für eine landwirtschaftliche Umstellung sprechen. Das seiner Ansicht nach Entscheidende sei jedoch, daß dieser Weg allein der zionistisch richtige und gerade für unsere jungen Menschen sei, besonders sofern sie noch jung und wirklich umstellungsfähig seien. Die Beschäftigung mit Gordon und der Besuch der verschiedenen Kwuzoth habe ihn, den Redner, in diesem seinen Glauben in der letzten Zeit noch bestärkt. Ein kleinerer Kreis müsse nur beginnen, er würde auch attraktiv im besten Sinne sein und Menschen, die heute noch schwanken, zum Land hinüberziehen. Nach einer kurzen Stellungnahme zu den vorgebrachten Argumenten durch Bbr. Theo K a t z, Jagur, äußerte sich 17