Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräisch mehr und mehr zur selbstverständlichen Verhandlungssprache werde. Nach den Begrüßungsworten von Bbr. Fritz P e y s e r für die Haifaer Bundesbrüder leitet Bbr. Max Hirsch die Diskussion durch sein Referat über „Sinn und Aufgaben einer K.J.V.er-Siedlung in Palästina" ein. Der Referent wandte sich zunächst dagegen, daß, wie bisher, in Palästina bindendes Moment der gemeinsamen Arbeit eine unklare und unkonkrete Vorstellung von Bundesbrüderlichkeit sein kann. Vielmehr muß, um eben der Gefahr zu begegnen, sich zu einem Debattierklub zu entwickeln, die Sorge um Wohl und Gestaltung des Berufes jedes Bundesbruders Grundlage der Gemeinschaft des K.J.V. werden, Regelung der Umstellung, Ausgestaltung und Hilfe für die Hachscharah (Schaffung von Bibliotheken etc.), Vorbereitung der Ansiedlung bei den entsprechenden Institutionen, Beratung hinsichtlich einer künftigen Ansiedlung, also die Frage, ob als Form die Kwuzah, der Moschaw, die Hitjaschwuth Elef oder irgend eine Mittelform gewählt werden soll; gerade die Aelteren-Frage sei besonders schwierig, da z. B. bei uns zum ersten Male ein großer Teil der siedelnden Menschen bereits vor der Hachscharah verheiratet war. Letzten Endes aber werden die Menschen, die auf dem Lande sitzen, selbst die Entscheidung über die wesentlichen Fragen treffen. Gerade deshalb sei auch ein Referat von einem Bundesbruder aus Beth Alpha vorgesehen gewesen, das leider aus technischen Gründen nicht gehalten werden könne. Was nun die Form der Ansiedlung betrifft, so sei die Gemeinschaftssiedlung schon aus Erwägungen der Ansiedlungsdurchführung zweckmäßig. Der gewöhnliche Gang sei doch der, daß sich ein Irgun bilde, der an die zionistische Exekutive herantritt und bestimmte Forderungen stelle. Der wesentliche Vorteil der Gemeinschaftssiedlung liege aber darin, daß sie die Umstellung unvergleichlich erleichtere. Es muß aber darauf aufmerksam gemacht werden, daß das Einleben in eine schon bestehende Gemeinschaft große Schwierigkeiten macht Die verschiedene Herkunft, die Tatsache, nicht zu den „Ersten" zu gehören und ähnliche Imponderabilien spielten eine erschwerende Rolle. So seien die Kwuzoth bisher auch schon fast immer — unter Billigung des Jischuw — von Menschen bestimmter gemeinsamer Herkunft gebildet worden. Eine K.J.V.er-Siedlung, sei es durch Neugründung, sei es durch Anschluß als Gruppe an eine schon bestehende Gruppe, wäre also wohl das Empfehlenswerteste, wobei nicht ausgeschlossen sei, daß der eine oder andere als Einzelner irgendwo sich anschließt. Andererseits darf aber die Gemeinschaft nicht Selbstzweck sein. Erstes Erfordernis sei der in seinem Beruf glückliche Mensch. Die Verwachsung mit dem Beruf, die Liebe zur Landwirtschaft sei die unverzichtbare Voraussetzung für eine menschlich und wirtschaftlich gesunde Gemeinwirtschaft. Nach Ansicht des Referenten müßten in der Diskussion u. a. auch die Fragen behandelt werden, ob die Hachscharah in Kwuzoth oder in Moschawim erfolgen und ob und wie in ihr bereits eine mehr oder weniger intensive Spezialisierung durchgeführt werden soll. In der folgenden Diskussion berichtet zunächst Bbr. Robert Mendel, Beth Alpha, über den Kreis der in Beth Alpha sitzenden Bundesbrüder. Man habe noch keine Vorstellung über das, was in ein, zwei Jahren geschehen würde. Die Tatsache, daß die Frage der Einordnung in die Landwirtschaft noch nicht beantwortet; sei, daß unser noch mangelhafter Zusammenhang mit der kibbuzischen Bewegung eine klare Erkenntnis der verschiedenen Gemeinschaftsprobleme erschwere, daß politische Differenzen bestünden, all das und ähnliches sei einer Entscheidung für eine K.J.V.-Siedlung noch hinderlich. Die 16