Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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gefunden, die meist gut besucht waren. Es ist auch gelungen, eine Anzahl der Alten Herren der Arbeit der B,Z,V, zuzuführen/ Eine wirklich zionistische Reaktivierung der Alten Herren ist aber nur zu einem geringen Teil gelungen« Unsere Hauptarbeit mußte sich auf die oben gekennzeichneten Aufgaben erstrecken. In der Altherrenschaft ist ein Fonds aufgebracht worden, der für Hachscharah- und Unterstützungszwecke bestimmt war. Zu diesem Fonds, der inzwischen voll verbraucht worden ist, hat besonders ein Teil der Berliner Altherrenschaft beigesteuert, dem auch an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen sei. Daß wir in diesem Jahr in ganz besonderem Maße versucht haben, den Konnex mit Palästina möglichst eng zu gestalten, ist eine Selbstverständlichkeit. Die Situation des K.J.V. in Palästina hat sich grundlegend geändert* Hier erwachsen dem K.J.V. völlig neue Aufgaben. Das K.J.V. wurde ja bis zur Alijah 1933 in Palästina für recht überflüssig gehalten. In diesem Jahr kamen nun Hunderte neuer Bundesbrüder nach Palästina, und zur Zeit leben etwa 400 bis 500 Bundesbrüder drüben. Allein diese Tatsache gab dem K.J.V« neue Aufgaben. Diese Aufgaben konnten nicht nur darin bestehen, die Bundesbrüder gesellschaftlich zusammenzufassen und ihnen bei der Eingliederung in Palästina zu helfen. Hier kamen viel weitergehende zionistische Aufgaben hinzu, die u. a. durch die große Einwanderung von Nichtzionisten aus Deutschland gegeben war. Ueber die Arbeit des palästinensischen K.J.V. im einzelnen verweisen wir auf den in diesem Heft abgedruckten besonderen Bericht. Das Präsidium hat sich seinerzeit im wesentlichen hinter die Beschlüsse des palästinensischen K.J.V. gestellt. Das Schwergewicht des K.J.V. hat sich unserer Ansicht nach bereits nach Palästina verlagert, wobei es unerheblich ist, daß in Deutschland noch mehr als die doppelte Anzahl Bundesbrüder leben» Es ist für diese Frage auch unerheblich, ob wir in Deutschland mit einem Nachwuchs zu rechnen haben oder nicht. Denn wenn wir auch einen K.J.V.er- Nachwuchs zu erziehen haben, so wird die Erziehung doch u. E. immer nur nach Palästina gerichtet sein können, und diese Arbeit muß stärkstens beeinflußt werden durch Palästina. Ein Beschluß des palästinensischen K.J.V. hat unter den deutschen Bundesbrüdern gewisse Erregung hervorgerufen. Das war der Revisionistenbeschluß. Wir haben uns auch hinter diesen Beschluß des palästinensischen Präsidiums gestellt, der sich gegen die „unmoralischen politischen Kampf- und Erziehungmethoden, die von der zur revisionistischen Union gehörenden Gruppe der palästinensischen Revisionisten angewandt werden", richtet. Es scheint uns auch folgerichtig zu sein, den Austritt der K.J.V.er aus der revisionistischen Union zu verlangen, weil diese sich von den erwähnten Methoden des politischen Kampfes nicht distanziert hat. Der Beschluß stellt ausdrücklich fest, daß er sich lediglich gegen die Kampfmethoden des palästinensischen Revisionismus wendet und nicht gegen seine politischen Ziele, da das K.J.V. grundsätzlich jedem seiner Mitglieder freistellt, sich nach seinem politischen Ermessen jeder der zionistischen Organisation angehörigen Parteien oder Gruppen anzuschließen. Wir haben uns, wie erwähnt, ausdrücklich hinter diesen Beschluß gestellt« Wir glauben nicht, dadurch die politisch-zionistische Neutralität des K.J.V« durchbrochen, sondern im Gegenteil uns im Sinne unserer besten K.J.V.er- Tradition entschieden zu haben, die in jedem Falle faire Kampfesmethoden bei der Austragung inner-zionistischer Gegensätze verlangt. 9